Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt sich der Arbeitsmarkt im Salzlandkreis insgesamt stabil. So die Einschätzung von Experten. Wichtiges Instrument zur Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen bleibt das von der Agentur gezahlte Kurzarbeitergeld.

Schönebeck / Staßfurt. Nach den Anstiegen im Januar und im Februar bleiben die Arbeitsmarktzahlen im Salzlandkreis im März stabil. Zwar stehe der regionale Arbeitsmarkt im Zeichen der Krisenauswirkung, so Markus Behrens, Chef der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau, zu deren Geschäftsbereich auch Bernburg gehört, doch die geringere Anbindung der ostdeutschen Wirtschaft an die Exportmärkte fange das auf. Stattdessen seien das Ernährungs- und Baugewerbe wichtige Branchen, die von der bisher stabilen Konsumgüternachfrage abhängen würden und durch das Konjunkturprogramm gefördert werden, beschreibt Behrens die Lage. Die Agentur Dessau-Roßlau kann sogar einen leichten Anstieg an gemeldeten Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt verzeichnen, außerdem gab es weniger Entlassungen als im Vorjahreszeitraum. " Gegenüber dem Vormonat haben wir rund zehn Prozent weniger Arbeitslosmeldungen aus der Beschäftigung zu verzeichnen und ein deutliches Plus bei der Zahl an Abgängen in Erwerbstätigkeit. Damit gewinnt der Arbeitsmarkt an Dynamik und sie spricht aber auch für stabile Beschäftigungsverhältnisse in den regionalen Unternehmen ", so Behrens.

Impulse dafür setze die Unterstützung über das Kurzarbeitergeld. " Für Unternehmen ist es wichtig, die Chance der Krise zu nutzen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. "

Eine leicht positive Entwicklung zeigen die Zahlen auch in Staßfurt. Für die Region ist die Agentur in Sangerhausen zuständig. " Im aktuellen Berichtsmonat von Mitte Februar bis Mitte März können wir eine gute Bilanz ziehen ", sagt die Vorsitzende der Sangerhäuser Arbeitsagentur Nora George. " Erstmals seit vier Monaten meldeten sich wieder mehr Menschen aus Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit ab. Diese positive Entwicklung trifft vor allem auf die beiden Geschäftsstellen Aschersleben und Staßfurt zu. " Der Stellenbestand in der Agentur Staßfurt ist im März um 61 Stellen auf 205 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es vier Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im März 107 neue Stellen, sieben weniger als vor einem Jahr.

Insgesamt meldeten sich in Staßfurt 722 Personen neu oder erneut arbeitslos, 14 mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 839 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Im Februar gab es noch 120 Arbeitslose mehr als jetzt, die Staßfurter Quote beträgt 18, 8 Prozent.

In der Arbeitsvermittlung erkennt die Verwaltung in Sangerhausen, dass sich die Baubranche nach dem langen Winter erholt. Auch bei Zeitarbeitsfirmen werden Kräfte gesucht.

Auch in Schönebeck zeigt der Trend auf dem Arbeitsmarkt nach oben. 509 Arbeitslose weniger lautet die Bilanz im Vergleich zum Vorjahresmonat. " Schönebeck sieht gut aus ", fasst Wolfgang Lenze, Pressesprecher der Arbeitsagentur in Magdeburg, zusammen.

Dass die Krise die Schönebecker Region weniger stark getroffenen hat, zeigt die Zahl an Stellen, die 2010 bereits ausgeschrieben wurden. 68 Jobangebote hat die Arbeitsagentur vor Ort anbieten können, davon 66 ungeförderte Stellen. Allen voran suchen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, Bau, aber auch im Gesundheitsbereich Mitarbeiter. " Insbesondere in der Altenpflege haben wir aktuell 15 offene Angebote ", zählt Petra Perleberg, Teamleiterin Arbeitsvermittlung, auf. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es freie Stellen. " Wir haben vier Angebote für Restaurantfachkräfte und drei für Köche ", so Perleberg. Auch Berufskraftfahrer sowie Handwerker und Arbeiter im Gastgewerbe werden gesucht.

704 Personen fanden im Monat März eine neue Tätigkeit und konnten so als Abgänge in der Statistik gezählt werden – im Februar 2010 waren es 717. Gleichzeitig jedoch sank die Zahl an Neuzugängen der Arbeitsagentur Schönebeck von 843 Arbeitslosen im Februar auf 762 im März 2010.

Anders als im Vergleich zur Arbeitsagentur Magdeburg entwickelten sich im März die Zahlen der Männer und Frauen, die arbeitslos gemeldet waren, in Schönebeck etwa gleich. Konnten im Bereich Magdeburg im Vergleich zum Vorjahresmonat 1000 Frauen weniger dafür 362 Männer mehr in der Statistik gezählt werden, lagen die Zahlen in Schönebeck in etwa gleichauf. 217 Männer und 292 Frauen weniger werden angegeben.

" Das zeigt, dass in gewissen Gebieten die Krise zu Lasten der Männer ging ", so Lenze. Schönebeck sei mit seinen vielen klein- und mittelständischen Unternehmen von dieser Entwicklung jedoch weniger betroffen.