Staßfurt ( dw ). Die Stadtwerke in Staßfurt informierten gestern die Mieter im Wohnhaus in der Straße der Solidarität 3 a bis d darüber, heute die Wärmeversorgung für das Gebäude abzustellen. " Da Ihr Vermieter seit geraumer Zeit die Zahlungen für die Lieferung von Fernwärme nicht begleicht und somit bei uns unzumutbare Außenstände aufgelaufen sind, stellen wir am Mittwoch, dem 3. Februar, die Wärmeversorgung ein ", kündigen Aushänge an den Eingängen an. Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Schulz bestätigte gestern gegenüber der Volksstimme die Informationen, die im Auftrag seines Hauses veröffentlicht wurden. " Die angekündigte Abstellung der Wärmerversorgung ist ein Druckmittel ", so Schulz. Er habe bereits Gespräche mit Mietern, mit Unternehmen, die Geschäfte im Wohnblock betreiben, und mit Verantwortlichen der Arge gesprochen, von der Kunden in der Nummer drei wohnen. " Die Mieter und die Geschäftsleute sind nicht die Schuldigen, sie kommen ihren monatlichen Abschlagszahlungen nach. " Doch der Vermieter, eine Firma in Halle / Saale, bezahle die Gebühren nicht fristgericht.

Schon einmal Probleme im vergangenen Jahr

Volker Schulz erklärt, dass noch die Dezember-Rechnung offen sei. " Inzwischen ist es Februar, die Januar-Rechnung steht an ", so der Stadtwerkechef. " Der Vermieter muss sich seiner Verantwortung gegenüber seinen Mietern bewusst machen. " Schon einmal drohten die Stadtwerke im vergangenen Jahr, die Wärme abzudrehen. Der frühere Vermieter stand ebenfalls in den roten Zahlen beim kommunalen Betrieb. Mit dem neuen Hausbesitzer scheinen sich die Probleme fortzusetzen. Nun hofft Volker Schulz auf einen Solidarisierungseffekt mit den Mietern, die wiederum angesichts zu befürchtender kalter Wohnungen ihrem Vermieter auf die Füße treten.

Auch die Stadtwerkeleitung sucht den Kontakt zu den Besitzern des Hauses. Hier, so der Geschäftsführer, hätte man lediglich Mitarbeiter erreicht, die noch am Dienstag zusicherten, zahlen zu wollen. " Doch bisher ist nichts passiert ", sagte Volker Schulz gestern Nachmittag. Deshalb bleibe die schriftliche Androhung, die Wärmeversorgung einzustellen, bestehen. Die Stadtwerke wüssten wohl, was das nicht nur für die Bewohner bedeute – gerade jetzt bei den niedrigen Temperaturen – sondern auch für die technischen Anlagen des Heizsystems. " Wir sind bereit, umgehend die Versorgung wieder aufzunehmen, so ein positives Signal und die entsprechende Bezahlung durch den Vermieter erfolgt ", stellt Volker Schulz die Linie seines Unternehmens dar.

Direkte Zahlung an Stadtwerke unmöglich

Dass die Hausbewohner ihre Nebenkosten nicht an ihren Vermieter, sondern direkt an die Stadtwerke zahlen, sei grundsätzlich nicht unmöglich, so Schulz. Doch die vertraglichen Regelungen legten eine andere Verfahrensweise mit den Nebenkosten fest. Und selbst wenn man den oben beschrieben Weg einschlage, erhalte man noch lange die ausstehenden Zahlungen nicht zurück.