Plötzkau ( MZ ). Zehn Kilogramm Äpfel wollen Hans-Peter und Andreas Baumgraß je Baum 2010 ernten. Dafür legen sie jetzt den Grundstein in Plötzkau und sind auch bei diesen Minusgraden Tag für Tag auf der zehn Hektar großen Plantage anzutreffen. Steigt das Thermometer über minus vier Grad Celsius, verschneiden sie Äpfel- und Birnenbäume. " Denn der Januar und Februar sind die richtigen Monate für den so genannten Winterschnitt ", weiß der Fachmann, " nur bei Wind ist die Arbeit nicht angenehm ".

" Eine Reihe am Tag sollten wir schon schaffen ", sagt Hans-Peter Baumgraß. Eine ist immerhin 400 Meter lang, die Bäume haben nur einen Abstand von einem Meter. Vater und Sohn verschneiden immer gemeinsam. " Zum einen macht das mehr Spaß ", berichtet der 23-jährige Juniorchef vom täglichen Arbeitseinsatz auf der Plantage, " aber was viel wichtiger ist, es ist auch eine Frage des Arbeitsschutzes. " Während der Senior wenigstens gefütterte Schuhe und eine dicke Winterjacke trägt und den Kopf mit einem Hut schützt, ist der Juniorchef nur mit einer Trainingsjacke und Turnschuhen bekleidet. " Ich friere nicht ", versichert er. Die Handschuhe dienen wohl eher dem Schutz vor den trockenen Ästen und damit vor Verletzungen als vor der Kälte.

Vater und Sohn sind schon seit einigen Jahren ein eingespieltes Team, sie verstehen sich ohne Worte, der eine schneidet das trockene Holz weg, der andere geht bei stärkeren Ästen mit der Säge ans Werk. Die jungen in jedem Jahr neu gepflanzten Bäume werden in den ersten sechs bis acht Jahren mit dem Winterschnitt, dem so genannten Erziehungsschnitt, stets am Jahresanfang wieder in die richtige Form gebracht. So regen die Obstbauern mit dem Schnitt vor allem gezielt das Wachstum und die Ausbildung einer pyramidenförmigen, stabilen Krone mit einem Mitteltrieb und einigen Leittrieben an.

Andreas und Hans-Peter Baumgraß setzen auf ihrer Plantage auf höchstens zwei Meter große Obstbäume. " Das erleichtert die Ernte ungemein ", haben sie die Erfahrung gemacht. Das betrifft ebenso Pflaumen-, Kirsch-, Aprikosen- und Pfirsichbäume, die auf weiteren vier Hektar der Plantage stehen. Ihr Schnitt, so berichtet der Seniorchef, folgt dann im Frühjahr. Zu der einst 5000 Quadratmeter großen Gärtnerei, die Hans-Peter Baumgraß seit 1990 in Plötzkau betreibt, kamen später die Plantage und der Freilandanbau hinzu. Heute bauen die zwei auf vier Hektar außerdem Obst und Gemüse an und haben zehn Gewächshäuser für Blumen, Tomaten und Gurken.

Vermarktet wird die Ernte auf den Wochenmärkten in der Region. Ebenso können die frischen Erzeugnisse im Hofladen in Plötzkauf erworben werden.