Überraschend kommt die kalte Jahreszeit mit Witterungserscheinungen wie Starkregen und Frost eigentlich nie. Doch immer wieder wundert man sich, dass Baufirmen erst so kurz vor Jahresende ranklotzen wollen und dann – die Arbeiten abbrechen müssen, so wie gestern in Amesdorf und Rathmannsdorf.

Amesdorf / Rathmannsdorf.

Am Dienstag richteten die Mitarbeiter der von der Stadt Staßfurt beauftragten Unseburger Baufirma im Akazienweg / Gartenstraße in Rathmannsdorf ihre Baustelle ein. " Am gleichen Tag haben wir noch einige Steine, ausgeklappert ‘", beschreibt Bauleiter Norman Kurth die ersten Arbeiten auf der Baustelle. Gestern gegen 9 Uhr musste er seine Leute nach Hause schicken. Der Dauerregen verhinderte das Auskoffern der Planung. Wasser dürfe darin nicht stehen. " An uns liegt es nicht. Wir würden am liebsten das ganze Jahr über arbeiten ", so Kurth noch. Aber gestern halfen den an sich wetterfesten Bauarbeitern nichtmal Regenjacken.

Das gleiche Dilemma in Amesdorf, wo eine Hecklinger Firma vom Landkreis beauftragt wurde. Die erst ausgehobene tiefe Baugrube für den neuen Wasserdurchlass unter der Horst-Heilmann-Straße glich gestern einem See. Baustille auch hier für die Tiefbauer.

" Dass solche Baumaßnahmen manchmal so spät beginnen können, liegt meist an der Fördermittelzuwendung ", erklärt Wolfgang Kaufmann, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt Staßfurt " Bevor wir den Bescheid nicht haben, können wir nicht ins Ausschreibungsverfahren gehen und somit auch keine Firma beauftragen. " Die Antragsfristen für Maßnahmen der Sanierung oder des Stadtumbaus lägen beispielsweise im September und Oktober vor dem Jahr, in dem sie umgesetzt werden sollen. Und das laufe für Staßfurt eigentlich ganz gut, so Kaufmann.

Und auch an den kommunalen Eigenanteilen der meist von EU, Bund und Land geförderten Maßnahmen liege es jedenfalls nicht. " Die Maßnahmen, die für dieses Jahr vorgesehen wurden, hat der Stadtrat bereits im vergangenen Jahr für den Haushalt 2009 beschlossen. "

Das trifft übrigens unter anderem auch auf das geplante Dorfgemeinschaftshaus Hohenerxleben zu. Die Eigenmittel der Stadt stehen seit einem Jahr parat. Der Zuwendungsbescheid – in diesem Fall vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte in Halberstadt ( ALFF ) als Bewilligungsbehörde lässt nach wie vor auf sich warten.

Auf die Frage, warum nun die Zuwendungsbewilligung oft so lange dauert, beschreibt der Sachgebietsleiter für ländliche Entwicklung beim ALFF Heinz-Dieter Hünsche, dass die Förderanträge vollständig sein müssten mit Baugenehmigungen und so weiter. Jede Maßnahme ist auch abhängig von den jeweils zutreffenden Fördermittelprogrammen.

Im Bereich Bau der Stadtverwaltung – und sicher nicht nur dort – hofft man unterdessen, dass das Prozedere im Leader-Förderprogramm im kommenden Jahr schneller laufe. Es existiert 2009 erstmals. Manfred Große weiß aber aus Erfahrung, dass die Zuwendungsbescheide meist erst im Sommer eingehen. Im Fall der Rathmannsdorfer Maßnahme war das beispielsweise Mitte August der Fall. Dann müsse es Anliegerversammlungen geben. Etwa sechs Wochen brauche die Ausschreibung. Bauausschüssse vergeben dann die Aufträge. Schließlich hätten die Firmen noch drei Wochen Zeit, um den Auftrag anzunehmen.

Da holt eine Woche die andere bis zum Baubeginn ...