Lehrte / Staßfurt. Noch vor der Wende haben Lehrte und Staßfurt eine Städtepartnerschaft geschlossen : Am Freitag feierten die Kommunen aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ihre 20-jährige Freundschaft bei einem Festakt in Lehrte.

" Dies ist eine ganz besondere Partnerschaft ", sagte Lehrtes Bürgermeisterin Jutta Voß am Freitag zur Begrüßung der Delegation aus Staßfurt im Kurt-Hirschfeld-Forum. Sie rief in Erinnerung, unter welch schwierigen Bedingungen der Kontakt zwischen den beiden Städten noch zur Zeit der innerdeutschen Grenze im Februar 1989 zustande gekommen war. Wenige Monate später habe die Wende ganz neue Möglichkeiten für die Partnerschaft eröffnet. Als Höhepunkt unter den gegenseitigen Besuchen nannte sie die Dampflokfahrt aus Lehrte zum Fest der Begegnung in Staßfurt. " 400 Fahrkarten waren ganz schnell weg ", sagte Voß. Nach einer Zeit der Flaute sei die Partnerschaft heute wieder zu neuem Leben erweckt.

René Zok, Oberbürgermeister in Staßfurt, sah in der Teilnahme von Sportlern aus seiner Heimat am Lehrter Citylauf ein gelungenes Beispiel für das Miteinander. " Ich bin sicher, dass unsere Freundschaft, unsere Vor-Wende-Partnerschaft, weitergeht. " Lehrte und Staßfurt hätten als Industrie- und Eisenbahnstädte und durch den Bergbau viel gemeinsam. Wohl ein Grund dafür, dass die DDR-Behörden gerade Staßfurt den Kontakt aufnehmen ließen.

Er dankte für die Herzlichkeit, die die Lehrter damals gezeigt hätten, und für die Unterstützung beim Aufbau neuer Verwaltungsstrukturen. Heute lebe die Partnerschaft vor allem vom Engagement der Bürger : " Die Kontakte von Mensch zu Mensch zählen. " Unter den Gästen waren etliche, die den langen Weg der Partnerschaft begleitet hatten, wie Lehrtes früherer Bürgermeister Helmut Schmezko, der frühere Stadtdirektor Axel Saipa und Zoks Amtsvorgänger Martin Kriesel.

* Die Autorin Renate Brämer ist Redakteurin des Anzeigers Lehrte & Sehnde