Einmal im Jahr öffnen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Neundorf die Türen ihres Feuerwehrhauses. Am Wochenende war es wieder soweit. Zahlreiche Besucher schauten hinter die Kulissen der ehrenamtlichen Retter.

Neundorf. Die Besucher, die glaubten, beim Neundorfer Feuerwehraktionstag lediglich Zuschauer sein zu können, fehlten am Sonnabend weit. Denn sie selbst waren mehrmals gefragt. Die Kameraden hatten Geschicklichkeitsspiele vorbereitet, die mit ihrem ehrenamtlichen Dienst zu tun haben und bei denen die Feuerwehrgäste einmal hautnah das erleben konnten, was den Alltag der Retter ausmacht. Nicht – wie es sich für einen Tag der offenen Tür gehört – in Gefahrensituationen, sondern auf spaßige Art. Schere und Spreizer kommen eigentlich zum Einatz, wenn die Wehr verunglückte Personen nach Unfällen aus einem Fahrzeug retten muss. Beim Tag der offenen Tür dienten sie als Greifhände. Mit ihnen mussten die Besucher, in zwei Mannschaften aufgeteilt, kleine Plastikbecher, gefüllt mit Wasser, zu einer Löschpumpe transportieren. Klingt erstmal einfach. Bedenkt man aber, dass die hydraulischen Geräte ansonsten die Kraft haben, Stahl mit einer Druckkraft von bis zu drei Tonnen zu zerschneiden, wird deutlich, wieviel Fingerspitzengefühl von den Teilnehmern gefordert war.

Das ganze musste auch noch schnell gehen. Denn auf dem Hof des Feuerwehrhauses brannte ein kleines Feuer. In Windeseile musste die Pumpspritze gefüllt und betätigt werden, damit die Mannschaften den Flammen Herr werden konnten.

" Unterhaltung, Spaß und Informationen sollen den Tag der offenen Tür ausmachen ", sagt Neundorfs Ortswehrleiter Reinhard Heine und verdeutlicht damit den Anspruch, den sich die Kameraden selbst für ihren Aktionstag setzen. " Wir wollen die Arbeit der Feuerwehr zeigen, die moderne Ausstattung unseres Stützpunktes und damit auch für unseren ehrenamtlichen Dienst werben ", so der Ortswehrleiter. Nur wer etwas auf die Beine stelle, mache neugierig auf sich, ist seine Ansicht.

In Neundorf tun momentan 26 Einsatzkräfte ihren Dienst. Elf Jugendliche stehen als Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr, fünf Alterskameraden sind mit ihren vielfältigen Hilfestellungen bei der Neundorfer Feuerwehr nicht mehr wegzudenken. Die Einsatztruppe, so Heine, sei gut aufgestellt. Die Zusammenarbeit innerhalb der Staßfurter Stadtwehr klappe schon seit Jahren und nicht erst mit der Eingemeindung gut. " Aus Neundorfer Sicht gibt es nichts zu bemängeln ", konstatiert der Ortswehrleiter. Ausdruck der Zusammenarbeit innerhalb der Stadtwehr war auch, dass Kameraden aus anderen Ortsteilen den Tag der offenen Tür in Neundorf besuchten. Hier gab es ein vielfältiges Programm mit Vorführungen, deftiger selbstgemachter Erbsensuppe aus der feuerwehreigenen Feldküche und Kinderunterhaltungsangeboten aller Art. " Seit Jahren unterstützt uns hier der Jugendfreizeitreff Glashaus aus Staßfurt und der Ägide von Bernd Christoph ", sagt Reinhard Heine und dankt dafür herzlich.