" Lernen im Lebenslauf ", das ist der Trend, den Wissenschaftler für die Gesellschaft sehen. Um gerade weniger Verdienenden und geringer qualifizierten Menschen die Möglichkeit und Anreize zu geben, ist bundesweit eine " Bildungsprämie " eingeführt worden. Im Salzlandkreis sind Fachbereichsleiter Axel Junghans und Enne Forisch bei der Kreisvolkshochschule seit zwei Wochen Ansprechpartner.

Schönebeck / Staßfurt /

Aschersleben. Bildungsprämie – was ist nun das schon wieder ? " Bildung soll sich auszahlen ", meint das Bundesforschungsministerium und hat ein Programm aufgelegt, das die berufliche Weiterbildung im Land fördern soll. Bis zu 154 Euro Kosten für berufl iche Qualifi - kation können pro Jahr übernommen werden. Maximal jedoch die Hälfte des Gesamtaufwandes.

" Gerade für Menschen mit geringerem Einkommen und geringerer berufl icher Qualifi - kation " sei die Prämie gedacht, sagt Axel Junghans, Fachbereichsleiter der Kreisvolkshochschule am Standort Aschersleben. Seit 14 Tagen erst gibt es mit ihm und seiner Kollegin Enne Forisch auch im Salzlandkreis zwei Berater die Bildungshungrigen zu dem geldwerten Schein verhelfen können. Zuvor gab es staatlich anerkannte Stellen in Sachsen-Anhalt nur in Magdeburg, Wernigerode und Dessau. Mehr als 20 Beratungstermine hat Junghans in den ersten 14 Tagen schon gehabt. Das sei sehr gut angelaufen. " Bildung ist wichtig, die Menschen sollten sich trauen, das Angebot in Anspruch zunehmen ", sagt Petra Malirs, Leiterin der Kreisvolkshochschule.

Für wen genau ist das Programm gedacht ? " Für Menschen mit relativ geringem Einkommen und geringerer Qualifikation ", gibt der Bildungsprämienberater Auskunft.

" Gemeinsam wird

zunächst ein Bildungsziel defi niert "

" Und sie müssen erwerbstätig sein ". Diese Förderung, die den Landkreis keinen Cent koste, sondern über Europamittel finanziert werde, richte sich ausdrücklich nicht an Hartz-IV-Empfänger. " 20 000 Euro Jahreseinkommen oder bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern 40 000 Euro sind die Grenze ", erklärt Junghans. Profitieren können allerdings auch Geringverdiener, ebenso wer einen Minijob hat, gerade in Elternzeit ist, Selbständige und sogar mithelfende Familienangehörige in einem Betrieb. Bedingung ist außerdem ein Beratungsgespräch mit einem der beiden Berater von der Kreisvolkshochschule. " Dabei wird ein Bildungsziel defi - niert ", erklärt Junghans, der ergänzt : " Am besten ist es, wenn die Menschen, die zu uns kommen, schon Vorstellungen davon haben, was sie für eine Qualifikation erreichen wollen. " Bei den ersten Anfragen seien es oft erweiterte Sprachkenntnisse gewesen, die gefragt gewesen seien. Physiotherapeuten hätten wegen Rückenschullehrgängen angefragt, Altenpfl eger wegen Zusatzqualifi kationen etc. " Wenn das Ziel schriftlich fi - xiert ist, wird es konkret ", sagt Junghans, " dann bekommt der Bildungswillige von uns mindestens drei Adressen mit Einrichtungen, die seinem Wunsch entsprechen. " Allerdings müsse er binnen drei Monaten den Gutschein dort auch vorlegen.

Der Bildungsträger könne dann den Bildungsgutschein direkt beim Bundesministerium in Berlin einlösen. " Das ist sozusagen virtuelles Geld ", so Junghans. " Das funktioniert online, sehr unbürokratisch. " Allerdings sei kein Institut verpflichtet, sich auf die Prämien einzulassen. " Das sollte der Antragsteller zuvor abklären. "

Wer sich bereits erkundigt hat, kann auch selbst Vorschläge machen, wo er seine Weiterbildung absolvieren will. Insgesamt gibt es bisher im Salzlandkreis 15 Einrichtungen, die die Kreisvolkshochschule für geeignet befunden hat. " Das Kontingent ist erweiterbar ", sagt Junghans.

Übernommen werden können pro Antragsteller bis zu 154 Euro im Jahr, " allerdings maximal die Hälfte des Kurses oder der Weiterbildung ", ergänzt Junghans. Die Bildungsprämie hält er für " einen Mosaikstein " im Prozess des " Lernens im Lebenslauf ", wie es heute so schön heißt. Der Begriff hat das jahrelang zitierte Wort vom " lebenslangen Lernen " ersetzt.

Müssen jetzt alle Salzländer, für die eine Bildungsprämie in Frage kommt, nach Aschersleben fahren ? " Nein, wir machen auch an anderen Sandorten der Kreisvolkshochschule einen Termin, ob in Schönebeck, Staßfurt oder Bernburg ", sagt Axel Junghans.

" Seit zwei Wochen

steht das Telefon

nicht still "

14 Tage nach Einrichtung der Beratungsstelle in Aschersleben haben er und seine Kollegin Enne Forisch alle Hände voll zu tun. " Das Telefon steht nicht still ", so Junghans. " Und das, obwohl das Programm insgesamt ein wenig untergegangen ist ", sagt Junghans. " Das liegt am Wahlkampf, dass die Bundesregierung nicht über eigene Programme informieren darf. " Informationen zur Bildungsprämie und weiteren Programmen : ( 03473 ) 9 20 30 oder kvhsLkreis-slk. de.