Hochsommerliche Temperaturen verlangen nach einer Abkühlung. Die Volksstimme besuchte Schwimmbäder und Badeseen in der Region. Heute stellen wir Freibäder im Altkreis Staßfurt vor.

Staßfurt. Ein Salzgehalt von 2, 1 Prozent – das ist einmalig in einem Freibad in Mitteleuropa. Nicht nur Einheimische wissen das Staßfurter Strandsolbad am Südostrand der alten Salzstadt zu schätzen. Die Wasserqualität im gesundheitsfördernden Kleinod trägt das Prädikat " Vorzüglich zum Baden geeignet ". Vor 80 Jahren wurde das aus einem Tagesbruch entstandene ein Hektar große Gewässer durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zum Freibad ausgebaut. Zwei Seiten sind von feinem Sand umsäumt. Gestern betrug die Wassertemperatur 22 Grad Celsius. Für Abkühlung sorgt auch der privat betriebene Solbadsnack. Im oberen Bereich der städtischen Anlage erholen sich Bungalowbesitzer. Die Toilettenanlagen wurden modernisiert. Auch Umkleidekabinen sind vorhanden, Duschen, großzügige Liegewiesen sowie ein schöner Kinderspielplatz. Ein Förderverein Strandsolbad befindet sich in Gründung, der die Perle im Salzland touristisch noch besser ins Bewusstsein der Badefreunde rücken will.

Der Löderburger See hat sich in den vergangenen Jahren unter Betreiber Michael Schnock herausgeputzt. Im Tourismuszentrum gibt es nicht nur das Naturbad, sondern auch eine Zeltpension, einen Campingplatz und immer wieder Open-Air-Veranstaltungen. Besuchermagnet ist die Wasserrutsche. 63 Meter lang ist die Röhre, elf Meterlang und fünf Meter breit ist die Breitrutsche. Je 1000 und 2000 Liter Wasser werden pro Minute auf die Strecken gepumpt, damit die Wasserratten beim Rutschen so richtig in Fahrt kommen. Im See, von 1918 bis 1924 ein Kohletagebau, herrschen angenehme 22 Grad Wassertemperatur, obwohl er an manchen Stellen bis zu 70 Meter tief ist.

Natur pur ist auch das Motto für den Albertinesee zwischen Förderstedt und Üllnitz. Wie in Löderburg gibt es Ruder- und Paddelboote. Sommerkinoabende unter freiem Himmel bereichern das Badeangebot. Und das zu moderaten Eintrittspreisen.

Gern würden die Wasserratten auch wieder in ihrem Güstener Kiesschacht baden. Die Stadt ist zwar dabei, das ehemalige Reichsbahn-Gelände wieder nutzbar zu machen, baute ein Vereinshaus und zäunte die Fläche ein. Doch mehr als ein Angelgewässer ist es eben momentan noch nicht. Dennoch nutzen Vereine und Feuerwehren den Teich so weit es geht für ihre Aktivitäten. So zum Beispiel erst vor einigen Tagen die Jugendfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes Aschersleben-Staßfurt.

Etwas versteckt im Wald liegt das Waldbad Egeln. Auf den letzten Metern fehlen die Hinweisschilder und mancher Besucher landet vor einer Kleingartenanlage, anstatt vor blauen Fluten. Die Anfahrt aber erst bewältigt, wird der Besucher richtig entlohnt. Das 51 Jahre alte Waldbad hat von seinem Charme nichts eingebüßt in den vergangenen Jahrzehnten. Ein 25 mal 50 Meter großes Schwimmbecken steht zur Verfügung. Das Planschbecken für die Kinder mit Rutsche ist nur unwesentlich kleiner. Von 10 bis 19 Uhr ist das Waldbad täglich geöffnet. Enrico Darius kümmert sich als Rettungsschwimmer um die Badegäste. Das Außengelände hält er ebenfalls in Ordnung. Das ganze Waldbad macht einen sehr gepflegten Eindruck. Die beiden Wasserbecken kommen sogar ohne Technik aus. Wie zu Zeiten vor dem Mauerfall wird das Wasser von Hand gechlort. " Das habe ich im Gefühl ", sagt er. Kinder zahlen für die Tageskarte 1, 10 Euro und Erwachsene 2, 10 Euro. Kinder von Hartz IV-Empfängern sind vom Eintrittspreis befreit.

Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich der Große Schachtsee Wolmirsleben. Das künstliche Gewässer war einst ein Tagebau. Der 36 Hektar große See hat sich bereits auf 22 Grad Celsius aufgewärmt. 41 Jahre betreibt die Gemeinde Wolmirsleben den Zeltplatz sowie den Badestrand. Nur noch bis zum 1. Oktober wird die Gemeinde das Areal bewirtschaften. Dann übernimmt ein privater Träger die Anlage, erklärt Ursula Deike. Sie ist auf dem Platz Chefn. Die Anlagen sind gepflegt. Nirgendwo liegt Papier herum. Mittwochs ist Familientag. Ein Familie kann dann für vier Euro baden gehen. Daneben gibt es Platz für 180 Dauer- und 100 Kurzzeitcamper. Den Ferienbeginn hat Ursula Deike bereits an der steigenden Nachfrage gemerkt. Zurzeit ist der Platz für Kurzzeitcamper zu rund 50 Prozent ausgelastet. Daneben bietet der Platz sieben Ferienhäuser, die für kleines Geld gemietet werden können. Aus der gesamten europäischen Union kommen die Camper seit Jahren an den Schachtsee. Für ein oder zwei Tage machen sie gern Rast auf dem gepflegten Platz.