Staßfurt. Drei neue Sonderausstellungen bereichern derzeit das Stadt- und Bergbaumuseum in Staßfurt. Sie wurden am Sonntag, dem Internationalen Museumstag, im Beisein von zahlreichen geschichtsinteressierten Bürgern der Stadt, darunter auch Staßfurts Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ), sowie der Künstler eröffnet.

Dort präsentieren sich nun bis zum 26. Juni das Beruf iche Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ) im Schloss Rathmannsdorf, der Calbenser Maler und Metallgestalter Otto Plönnies mit Exponaten seines 50-jährigen künstlerischen Lebenswerkes und die aus Kalbe ( Milde ) stammende Künstlerin " Dori " Judith Balfanz besonders mit Schmuckstücken.

Mit dieser interessanten Mischung könne das Museum erneut beweisen, dass es alles andere als verstaubt sei, wie man landläufg meine, sagte Museumchef Michael Scholl.

" Mit unserer Ausstellung wollen wir die Verbundenheit mit der Stadt Staßfurt zeigen ", sagte die Ausbildungsleiterin des BBRZ, Ines Kunstmann. Das BBRZ habe sich seit 1990 mit der Bildungs- und Erziehungsarbeit für benachteiligte Jugendliche oder solche, die einen besonderen Förderbedarf benötigen oder es besonders schwer haben, beschäftigt.

Was in dieser Zeit sowie seit der Aufnahme der beruf ichen Rehabilitation vor 51 Jahren im Schloss alles geleistet und auf die Beine gestellt wurde, haben die Auszubildenden auf Schautafeln und in Mappen zusammengefasst. Darüber hinaus informieren ein nagelneuer Bildband, die Chronik des BBRZ sowie weitere Exponate die Besucher über diese wichtige Einrichtung im Landkreis.

Die Jugendlichen der Hauswirtschaft hatten für die Gäste am Sonntag einen ganz besonderen Leckerbissen parat, in dem sie ihnen selbstgemachte Pralinen reichten, die sehr gut schmeckten.

Die Vitrinen zweier Räume zeigen die große Kreativität von Judith Ballfanz. " Meine Eltern hatten damals schon früh mitbekommen, dass ich einen Draht für das Künstlerische habe. Mit zehn Jahren f ng ich an, meine erste Schweißnaht zu machen ", berichtete die temperamentvolle Frau aus der Altmark, die von sich selber sagte : " Ich bin ein Unikat. "

Nach Staßfurt, hat sie in erster Linie Merano-Glas, Schmuck und Ölbilder mitgebracht. Ihr Glasschmuck sei nicht ungewöhnlich, sondern frech und elegant, sagte Dori.

" Sie hat ihren eigenen Stil. Das mag ich ", schwärmte Museumschef Scholl.

Otto Plönnies hatte sich im Jahr 1974 nach 20 Jahren in verantwortlichen Positionen in der Wirtschaft selbständig gemacht. " Das war meine persönliche Revolution ", sagte er heute rückblickend. Sein Talent ist ihm bereits in die Wiege gelegt worden. " Mein Großvater war Holzbildhauer. Von dem habe ich es ", sagte Otto Plönnies. Er hatte sich vor über 30 Jahren zunächst vorwiegend mit der Metallgestaltung beschäftigt. " Aber in der Zwischenzeit habe ich mich anderen Dingen zugewandt, jetzt zum Beispiel dem Malen, was besser für das Alter ist ", so der 82-jährige Künstler. Einen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens stellt er nun dem Staßfurtern vor.