Hecklingen / Giersleben. Das Ende der Verwaltungsgemeinschaft ( VG ) " Stadt Hecklingen " rückt immer näher. Die Gemeinde Giersleben und die Stadt Hecklingen wollen ab dem 1. Januar 2010 getrennte Wege gehen. Bis das Ganze rechtskräftig ist, müssen verschiedene Gremien der Scheidung zustimmen. Der Gemeinschaftsausschuss der noch bestehenden Verwaltungsgemeinschaft hat dies bei seiner Sitzung am Montagabend bereits getan.

Einstimmig sprachen sich die sechs anwesenden Mitglieder für die Aufösung der VG Hecklingen aus und stimmten einer entsprechenden Vereinbarung zu, die jetzt noch von Stadtrat, Gemeinderat und Kommunalaufsicht abgesegnet werden muss. Erst dann wird die Trennung rechtswirksam.

Im Gemeinschaftsausschuss wurde eine entsprechende Vorlage vor der Abstimmung diskutiert. " Wir haben die Entscheidung getroffen, uns von der Stadt Hecklingen zu trennen. Die Liste der Gründe ist vielfältig. Einzelheiten möchte ich den Anwesenden ersparen ", so Gierslebens Bürgermeister Benno Rietsch ( SPD ). Sein Stellvertreter Peter Rietsch wurde präziser. Er machte unter anderem darauf aufmerksam, dass den Gemeinderäten bisher trotz Antrag im Gemeinschaftsausschuss kein zehnminütiges Rederecht im Hecklinger Stadtrat ermöglicht worden war. Zudem seien viele Aufgaben seitens der Verwaltung immer noch nicht abgearbeitet worden. " Diese haben schon oft Geburtstag gefeiert ", kritisierte Peter Rietsch. Zudem findet er es schade, dass die Gierslebener von der Verwaltung nicht eingeladen wurden, als die Stadt dieses Jahr ihr fünfjähriges Bestehen feierte. " Wir hätten Hecklingen gern gratuliert ", so Peter Rietsch.

Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche ( CDU ) machte vor dem Gemeinschaftsausschuss erneut deutlich, dass er die Entscheidung Gierslebens, zu gehen, verstehen kann. " Wenn ich Bürgermeister der Gemeinde Giersleben wäre, hätte ich sicher genauso gehandelt ", meinte Kosche. Denn als neue Verbandsgemeinde mit der VG " Saale-Wipper " und Amesdorf behält Giersleben seine Selbstständigkeit und einen eigenen Haushalt, der seit Jahren ausgeglichen ist. Bei einer Hochzeit mit Hecklingen wäre das nicht möglich gewesen.

Dass die künftige Selbstständigkeit auch ein Ziel der Gierslebener Gemeinderäte war, bestätigte Annemarie Reinhardt. " Es war unser Wunsch, unsere kommunale Selbstständigkeit zu erhalten. Ich denke, die Verbandsgemeinde ist ein guter Weg. "