Staßfurt. Die von der Landkreisverwaltung geplante Abschaffung des Wahlrechtes, mit dem die Staßfurter Eltern bestimmen konnten, in welche der beiden Sekundarschulen der Stadt ihr Kind gehen soll, stößt bei der Kreistagsabgeordneten Heike Schaaf ( CDU ) auf Unverständnis.

In der jüngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses des Kreistages in der Kreisverwaltung in Aschersleben monierte sie, dass die Schüler der Goethe-Grundschule nur noch an die Hermann-Kasten-Sekundarschule dürfen, um den Bestandsschutz für beide Sekundarschulen in der Stadt zu gewährleisten, wie es offiziell hieß. " Da bin ich aber skeptisch ", sagte Schaaf.

Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis hingegen verteidigte die geplante Neuregelung. " Es ist besser, wenn man das so regelt ", sagte sie und verwies auf die Planungsvorgaben des Landes, wonach in einem Schuljahr immer zwei fünfte Klassen gebildet werden müssen. Man werde abwägen müssen, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Sekundarschule Am Tierpark vom Landkreis zu einer Ganztagsschule entwickelt werden soll. Mit der Wahlmöglichkeit habe man den Standort Am Tierpark festigen wollen, so Czuratis.

Diese Schule besuchen außerdem die Sekundarschüler aus Neundorf und aus Hecklingen.

Mit der Uhland-Grundschule hätte man auch so verfahren können wie mit der Goethe-Schule, sagte Czuratis.

Von Klaus Winter ( Widab ) auf die Erfahrungen des Harzkreises mit der freien Schulwahl an den Gymnasien angesprochen, sagtedieDezernentin, dass man darüber bislang keine Erkenntnisse besitze. " Es wird noch einmal darüber nachzudenken sein, um die Auswirkungen der Gemeindereform zu berücksichtigen ", fügte sie hinzu. Dann könnten die Gymnasiasten der ehemaligen Gemeinde Förderstedt wohlmöglich auch in Staßfurt unterrichtet werden. Bislang besuchen sie das Gymnasium in Calbe ( Saale ).

Die Städte und Gemeinden des Salzlandkreises haben bis zum 30. März Zeit zum vorliegenden Entwurf der mittelfristigen Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2009 / 2010 bis 2013 / 2014 Stellung zu nehmen.

Mit den Vorschlägen der Kommunen und den Möglichkeiten ihrer Umsetzung wird sich dann am 23. April zunächst der Schul- und Kulturausschuss des Kreistages beschäftigen. Das letzte Wort hat dann der Kreistag, der laut Landrat Ulrich Gerstner ( SPD ) am 30. April in einer Sondersitzung über dieses wichtige Thema entscheiden wird.