Während die Ursprünge der ersten Zeitung in Deutschland bis an den Beginn des 17. Jahrhunderts reichen, begann in Stendal das Tageszeitungswesen vor 200 Jahren. Am 4. Januar 1814 erschien die erste Ausgabe des Amts- und Intelligenz-Blatts. Dieses Datum markiert den Beginn regelmäßig erscheinender Zeitungen in der Region.

Stendal l Handlich war sie, und übersichtlich - die erste Ausgabe vom "Amts- und Intelligenz-Blatt für das erste Departement der Königl. Preußischen Provinzen zwischen der Elbe und Weser". Erschienen ist sie am Dienstag, 4. Januar 1814. Auf dieses Jubiläum stieß Simone Habendorf, Leiterin des Stendaler Stadtarchivs, bei einer ihrer Recherchen zufällig. "Seit diesem Tag gab es in Stendal regelmäßig Zeitungen", erklärt sie die Bedeutung dieses Datums.

Wenngleich es schon im 18. Jahrhundert einige Anfänge gab, die allesamt aber nur von kurzer Dauer waren, wie Gerhard Lotsch in einem Buch über den Stendaler Zeitungsmarkt zusammengetragen hat: 1787 erschien für zwei Ausgaben "Der Bücherfreund. Eine Wochenschrift", 1798 "Das altmärkische Wochenblatt zur gegenseitigen Belehrung und Mitteilung" sowie 1799 die "Wochenschrift für das schöne Geschlecht".

Das Amts- und Intelligenzblatt wurde von Stendals erster Buchdruckerei "Franzen Grosse" hergestellt und vertrieben. Es erschien zunächst immer dienstags und freitags und bewegte sich inhaltlich auf rein militärischem Gebiet. Im A5-Format bekam der Leser in der ersten Nummer auf acht Seiten vor allem Verfügungen des Militär-Gouvernements zu lesen. Auf Seite 1 waren zehn Strophen eines Liedes für die Altmärkische Landwehr abgedruckt, auf der zweiten Seite erfuhr der Leser, dass das Blatt neben den militärischen Verkündungen auch "gemeinnützige Aufsätze enthalten und besonders patriotische Nachrichten und Mittheilungen aufnehmen" sowie Bekanntmachungen der öffentlichen Behörden abdrucken werde. "Außerdem können Privat-Personen darin niederlegen, was sie ihrem Interesse für gemäß halten, und bezahlen sie für jede gedruckte Zeile 1 Gr. 6 Pf.Cour."

Und es gab eine Abo-Pflicht: Neben Behörden, Gemeinden, Kirchen und öffentlichen Instituten sind auch "Gastwirthe, Pfandleiher, und Trödler zur Haltung des Amtsblattes verpflichtet".

Ab 1818 hieß die Zeitung "Altmärkisches Intelligenz- und Leseblatt", woraus 100 Jahre später die "Altmärkische Tageszeitung" wurde. Die befand sich in Konkurrenz zum 1898 aufgekommenen "Der Altmärker" - dem Ursprung dieser Zeitung, die Sie, liebe Leser, hier in Händen halten.