Stendal l "Kuschelkurs", dieser Titel führt ein wenig in die Irre. Denn für den Austausch verbaler Zärtlichkeiten ist Hans Werner Olm nun nicht gerade bekannt. Dieser Mann, der als eine Art Vollstrecker der deutschen Comedyszene gilt, weil er jedes Thema, und sei es noch so ernsthaft, ins Humoristische herunterbricht. Und dabei geht er nicht gerade zimperlich vor. Olm zeigte sich bereits tabulos, als an komödiantische Krawallbrüder wie Ingo Appelt und Co. noch gar nicht zu denken war.

Und so darf das Publikum gespannt sein, wie er wohl in seinem 17. Soloprogramm mit jenen Alltäglichkeiten umgeht, die ihn und seine Mitmenschen regelmäßig wuschig machen und zuweilen gar in die Hilflosigkeit treiben. Doch Olm wäre nicht Olm, wenn er nicht zeigen würde, wie viel Komik auch darin steckt.

Zu erleben ist das Ganze an diesem Sonntag, 19. Januar, im Theater der Altmark in Stendal. Dort geht der Comedypreisträger ab 18 Uhr offiziell auf "Kuschelkurs" - um dann doch mit allen Weicheiern und Wichtigtuern abzurechnen.

Bei dem Image, das er sich in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, ist es schlecht vorstellbar, welch ein Feingeist tatsächlich in Olm steckt. Doch wäre er sonst in der Lage, ständig neue Programme zu schreiben, indem er seine Mitmenschen beobachtet und ihnen aufs Maul schaut? Erahnen lässt sich sein ausgeprägter Intellekt auch anhand der Musik, die bei keinem Bühnenauftritt des Wahl-Berliners fehlen darf. Egal, welcher Titel ihm zugerufen wird: Er kann ihn sofort auf der Gitarre intonieren - um ihn dann am Ende doch wieder in einer Parodie enden zu lassen. Aber so ist er eben, dieser Mann, der Grönemeyers Textzeile "Bochum, ich komm aus Dir" jederzeit laut mitsingen könnte. Denn tatsächlich wurde Olm am 1.Februar vor 58 Jahren mitten im Revier geboren.

Für das Stendaler Gastspiel gibt es noch Karten (Info-Kasten). Zudem werden heute zweimal zwei Plätze auf der Gästeliste verlost. Glück hat, wer zwischen 17 Uhr und 17.05 Uhr unter folgender Rufnummer durchkommt: 039080/ 72593.

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