Stendal l Kultur in all ihren Facetten steht künftig beim Stendaler "Kultursalon" im Mittelpunkt. Der Auftakt zu dieser für alle offenen Gesprächsrunde findet am Montag im Theatercafé statt. Bei dieser ersten Veranstaltung soll es um die Finanzierbarkeit von Kultur gehen.

Ein mögliches Missverständnis sei gleich zu Beginn ausgeräumt: Auch wenn der Kultursalon im Theater stattfindet, geht es nicht nur um Theater. "Der Kultursalon soll viele Vereine und Institutionen zusammenbringen, die etwas in Stendals Kulturleben bewegen wollen", sagt Daniela Frankenberg vom Theaterförderverein, der diese Gesprächsrunde gemeinsam mit der Volksstimme angeschoben hat. Oder vielmehr wieder angeschoben.

Denn das, was da ab Montag in Gang kommen soll, hat es schon einmal gegeben. 2010 nahm dieses kleine Kulturforum seinen Anfang, hieß damals Kulturstammtisch, hatte aber genau dasselbe Anliegen. Nach einer etwas längeren Pause geht es nun mit neuem Schwung weiter.

Frage zum Auftakt: Wieviel Kultur müssen wir uns leisten?

"Uns ging und geht es darum zu überlegen, wie wir die Kultur in Stendal und der Altmark gemeinsam voranbringen können", sagt Frankenberg, "Kultur ist vielfältig, nur fehlt es manchmal an Absprache und Koordination." Der Kultursalon soll allen in der Kulturszene Tätigen sowie allen an Kultur Interessierten die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen, sich über Aktivitäten anderer zu informieren, Netze zu spinnen und Ideen zu entwickeln.

Aber noch ein Gedanke steht hinter dem Kultursalon: Kultur, sagt Daniela Frankenberg, habe meist als Erste unter Sparplänen zu leiden. "Das hat ja gerade das vergangene Jahr aufs Deutlichste gezeigt." Und genau deshalb soll das Thema Finanzen jetzt beim Kultursalon-Auftakt im Mittelpunkt stehen. "Wieviel Kultur müssen wir uns leisten?" lautet die bewusst provokante Frage, die dem Gesprächsabend eine Richtung vorgeben soll. Frankenberg und ihre Mitstreiter sind davon überzeugt, dass Kulturvereine etwas bewirken können. "Wir wollen daher gemeinsam überlegen, wie wir Einfluss auf die Politik nehmen können."

Auch wenn sich die Kultursalon-Initiatoren für den Auftaktabend kein bestimmtes Ziel setzen, "wäre es schön, wenn aus dieser Runde neue Anstöße und Initiativen geboren werden", sagt Frankenberg, die sich gemeinsam mit Marc Rath von der Volksstimme als Einladende auf viele Gäste freut. Nach einer großen Diskussionsrunde gibt es für das Publikum die Möglichkeit, sich in kleineren Gruppen auszutauschen.

Kontrovers dürfe es dabei durchaus zugehen. "Es gibt ja auch Leute, die der Meinung sind, dass eine Stadt wie Stendal zum Beispiel kein Theater braucht, um so auch Geld zu sparen." Vertreter solcher Ansichten sollen sich ebenfalls zur Teilnahme angesprochen fühlen. "Uns ist es wichtig, dass man überhaupt darüber spricht", so Frankenberg.

Abseits dieses ernsten Hintergrunds habe der Kultursalon aber noch eine ganz praktische Facette: Er biete vor allem Stendal-Neulingen die Möglichkeit, sich einen Überblick über all das zu verschaffen, was Stendals Kulturszene zu bieten hat. "Man lernt hier schnell Leute kennen, die mit Kultur zu tun haben, sie gestalten."