Stendal l Zeichnet sich in der Diskussion um die zukünftige Hortbetreuung in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck eine Lösung ab? Während der Sitzung des kreislichen Schulausschusses am Dienstagabend in Stendal wartete Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf (CDU) mit zwei Varianten für den Bereich Iden/Werben auf.

Nachdem die mittelfristige Schulentwicklungsplanung des Landkreises Stendal dort den Erhalt der Grundschule Iden festgeschrieben hat, was de facto das Aus für die Werbener Schule - die Kinder wechseln nach Iden - zum Ende dieses Unterrichtsjahres bedeutet, laufen Kommunalpolitiker und Eltern aus der Elbestadt Sturm gegen die Schließung ihrer Einrichtung. Sie argumentieren unter anderem, dass der Idener Hort nicht ausreichend Platz für alle zukünftigen Schüler biete.

Trumpf präsentiert zwei Varianten zum Hort-Problem

Das bestätigte Trumpf im Schulausschuss. Wie er sagte, verfügt Iden über 50 Hortplätze, von denen derzeit nur rund 20 genutzt werden. Allerdings würden die restlichen Plätze nicht für alle Werbener reichen. Dem Fakt begegnet Trumpf nun mit zwei Vorschlägen, die er mit den Bürgermeistern von Iden (Norbert Kuhlmann) und Werben (Jochen Hufschmidt) besprochen hat.

Variante eins sieht vor, dass die Kinder, die unmittelbar in Werben zu Hause sind, nach dem Unterricht mit dem Bus nach Werben fahren und dort im Hort betreut werden. Das, so Trumpf, betreffe 20 bis 25 Erst- bis Viertklässler. Der Verbandsgemeindechef meinte, dann könnten sie dort Angebote ihrer Heimatstadt wie die vom Sportverein oder dem Verein "Werben für Kinder" nutzen. Die fünf bis sieben Kinder aus den Werbener Ortsteilen Giesenslage, Behrendorf und Berge blieben bei dieser Variante im Idener Hort und würden danach mit dem Sandauerholzer Schulbus nach Hause fahren.

Variante zwei beinhaltet eine Hortbetreuung für alle Schüler in Iden. Dazu müsste ein Raum am bestehenden Hort auf dem Schulgelände angebaut werden. "Das wäre ohne Fördermittel umsetzbar. Iden hätte Geld dafür in seiner Rücklage", machte Trumpf deutlich und erklärte auf Nachfrage: "Die Fertigstellung erfolgt vor dem Start ins neue Schuljahr."

Ausschussvorsitzende: "Es geht um das Wohl der Kinder"

Dann greifen die Veränderungen, die mit der mittelfristigen Schulentwicklungsplanung einhergehen. An der Weichenstellung hatte Schulausschussvorsitzende Edith Braun (SPD) entscheidenden Anteil, aber anschließend öffentlich unter "Bauchschmerzen" gelitten. Besonders schwer lag ihr dabei die Entscheidung zwischen Iden und Werben angesichts der Hortproblematik im Magen.

Die Ausschusssitzung nutze sie, um zu berichten, dass das große Echo zur Schulentwicklung "mich sehr bewegt hat", aber dass es mit Blick auf den Kreistagsbeschluss "keine Rolle rückwärts" gebe. Klar sei aber auch, dass Schulentwicklung nichts Starres sei. So müssten neue Schulmodelle wie Verbünde von Einrichtungen in Betracht gezogen werden. Braun: "Es geht um das Wohl der Kinder."