Vor 150 Gästen rechnete die Linke am Mittwoch in Stendal mit der Bundeskanzlerin und ihren Ministern ab.

Stendal l Ein schrille Sirene ertönt am Mittwochabend im Landratsamt Stendal. Was zunächst wie ein Feueralarm anmutet, entpuppt sich schnell als Inszenierung. Auf einer Trage bringen Sanitäter ein Plüschkrokodil in den großen Saal. "Das ist GroKo. Diagnose: Zusammenbruch," stellt Katrin Kunert, Bundestagsabgeordnete der Linken, fest.

Woran sich das Groko-Krokodil so verschluckt hat

Ein Blick auf den Kalender verrät, was es mit der Darbietung auf sich hat: Es ist Aschermittwoch. Ende der Karnevalssaison und bei den Parteien traditionell Zeit zur Abrechnung mit den politischen Gegnern. So auch im Stendaler Kreisverband der Linken. Das GroKo-Krokodil soll die Politik der Bundesregierung versinnbildlichen. Als Chirurginnen verkleidet holen Katrin Kunert und Helga Paschke, stellvertretende Landtagspräsidentin, dem Stofftier alles aus dem Bauch, woran es sich in jüngster Vergangenheit verschluckt hat. Ob Ursula von der Leyens Wunsch nach einer familienfreundlichen Bundeswehr, die Edathy-Affäre oder Angela Merkels Sturz - jedes Politikum der letzen Wochen wird aufs Korn genommen. Doch auch bei regionalen Themen wie der Schließung von Schulen in der Altmark oder den Verzögerungen beim Ausbau der A14 halten sich Kunert und Paschke nicht mit Spott zurück.

Die etwa 150 Gäste im Saal spenden kräftig Beifall, als es am Ende heißt, dass der Patient gerettet wurde, "bis er sich das nächste Mal blamiert".

Zuvor kam zum Auftakt des politischen Aschermittwochs noch Kreisvorstand John Völtzke aus Bismark zur Geltung, der Katrin Kunert bereits einen Monat im Voraus zum 50. Geburtstag gratulierte. Am Ende sorgte die Kabarett-Gruppe "Kaktusblüte" für einen heiteren Ausklang des Abends.