Iden l Die Wischeperle in Iden steht nicht mehr. In der vergangenen Woche rollte schwere Technik an, die das einstige Kulturhaus abriss. Damit gelang der Kommune, was sie bereits seit längerem anstrebt.

Zu Beginn der 1980er Jahre wurde das Kulturhaus aufwendig fertiggestellt. Als nach der Wende mit dem Aus für das frühere Institut für Rinderproduktion im Wischedorf ein Stück Infrastruktur verschwand, schwanden auch die Einwohner. Es gab keine großen kulturellen Veranstaltungen mehr im Ort. Die Wischeperle verlor an Bedeutung.

Sie wurde versteigert und wechselte weitere Male den Besitzer. Zuletzt gehörte sie einem Spanier, der allerdings die Grundsteuer nicht überwies. Diese aufgelaufenen Schulden bereiteten der Kommune zur Zwangsversteigerung den Weg. Zum symbolischen Wert von einem Euro erhielt die Kommune 2013 den Zuschlag. Die durch Vandalismus und jahrelangem Leerstand in Mitleidenschaft gezogene Immobile sollte abgerissen werden.

Im Oktober 2013 erhielt die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck den Zuwendungsbescheid für den Abriss. In der vorigen Woche war es soweit, das ehemalige Kulturhaus wurde platt gemacht. "Damit sind wir schneller als die Deutsche Bahn", erklärt Verbandsgemeinde-Bürgermeister Eike Trumpf augenzwinkernd. Er spielt damit auf den geplanten Abriss des Goldbecker Bahnhofsgebäudes an, auf den die Gemeinde seit Jahren wartet.

Die Trümmer werden noch in dieser Woche fortgeschafft, wie Eike Trumpf mitteilt. Das Kapitel Wischeperle ist damit vollständig abgeschlossen.

3400 Tonnen Beton wurden von der ausführenden Firma abgetragen. Des Weiteren entsorgten die Mitarbeiter des Tangermünder Unternehmens 20 Tonnen Ziegel, sowie 2200 Tonnen gemischte Baustoffe, wie das Bauamt der Verbandsgemeinde mitteilt.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 288 825 Euro. Davon werden 80 Prozent unter der Prämisse gefördert, dass auf dem Areal des ehemaligen Kulturhauses Iden in den nächsten zehn Jahren kein neues Gebäude errichtet wird. Es entsteht eine etwa 6400 Quadratmeter große rekultivierte Fläche, die mit Mutterboden aufgefüllt und mit Rasenansaat versehen wird. Die Fördersumme beträgt 229 400 Euro.