Jede Menge Schiffsneubauten entstehen derzeit an beiden Standorten der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft (SET). Spezialschiffe und eine Fähre sind in Arbeit.

Tangermünde/Genthin l Die Mitarbeiter der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET) haben in diesen Monaten jede Menge Arbeit. An beiden Standorten - in Tangermünde und auch Genthin - wird auf Hochtouren gearbeitet, denn überall gibt es Neubauten, die auf ihre termingerechte Fertigstellung warten.

Erst in diesen Tagen erlebte das Motorschiff "MS Biber" in Genthin seinen Stapellauf. Das mittlerweile dritte, hier gebaute Schiff mit Eisbrecherfunktion wird in der nächsten Woche an das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Magdeburg übergeben werden.

Derzeit wird noch am Innenausbau gewerkelt, der allein etwa 80 000 Euro kostet. "Ist ja nichts von der Stange, sondern muss alles individuell angepasst werden", erklärte Michael Hupka, Betriebsleiter der Genthiner SET, über die Ausstattung.

Zwei von insgesamt fünf Arbeitsschiffen mit Eisbrechereigenschaften haben die Werft bereits verlassen. Das"MS Bevergern" ist für das WSA Rheine und das "MS Turmfalke" für das WSA Meppen im Einsatz. Zwei der Schiffsneubauten haben eine Aussatzvorrichtung, an der eine Art Harke befestigt werden kann, die den Gewässerboden glättet. Am "Biber" ist ein Kran für die Uferbefestigung und zum Beispiel zum Auf- und Abladen von Bojen angebracht.

Noch im Rohbau befinden sich das "MS Elbe", ebenfalls für das WSA Magdeburg, sowie "MS Löwe" für das WSA Braunschweig. Beide sollen bis Ende des Jahres übergeben werden. "Jedes Schiff hat einen Wert von zirka drei Millionen Euro, je nach Ausstattung", teilte Christel Börsch, Geschäftsführerin der SET-Tangermünde, mit.

Ölfangschiff und Fähre aus der Kaiserstadt

Und auch am Tangermünder Standort stehen die Arbeitsuhren nicht still. Hier steht der Neubau eines Ölfangschiffs kurz vor seiner Fertigstellung. Dabei handelt es sich um den Bau eines Spezialschiffs für den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein. Demnächst wird mit der Erprobung begonnen, damit es künftig in der Ostsee im Bereich der Lübecker Bucht bis zur Flensburger Förde unterwegs sein kann. Kran-und Hebetechnik gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Labor und eine Ölfangeinrichtung - geliefert aus Finnland.

Wasser- und Sedimentproben, die aus dem Meer entnommen werden, können dann direkt an Bord von Wissenschaftlern untersucht werden. Meteorologische und auch hydrologische Messungen sind möglich, ebenso die Kontrolle der Bodenbesiedlung der Ostsee. Auch können Vertikalproben über die gesamte Wassertiefe entnommen werden. Dauermessungen werden möglich sein, Aufnahme von Öl und verschmutztem Treibgut.

Bei dem jüngsten Neubau mit der Nummer 192 handelt es sich um den Neubauauftrag für eine Bremer Fähre. Anfang Januar hatte für sie die Kiellegung stattgefunden. Bereits im Herbst dieses Jahres soll sie fertig sein und ihren Weg in Richtung Bremen antreten. Fünf Fähren betreibt die Hansestadt, befördert damit täglich etwa 14 000 Berufspendler, Schüler, Studenten und Urlauber. Die neue Personen- und Fahrzeugfähre wird 14 Meter breit und 59 Meter lang, kann bis zu 150 Tonnen Last aufnehmen und eine Geschwindigkeit von 13 km/h erreichen. Geplant ist, sie zwischen Bremen Nord und dem Landkreis Wesermarsch zum Einsatz zu bringen.