Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Bismark beschloss Mitte Februar den Teilflächennutzungsplan Wind, der aktuell zur Anhörung öffentlich ausliegt. Helga Krakau aus Büste fordert in einem Brief an die Volksstimme alle Stadträte und Bürger auf, die Vorgaben im Plan noch einmal zu überdenken und zu verändern. Nur noch bis Sonntag können Einwendungen geltend gemacht werden.

Büste/Bismark l Die Stadträte haben im Februar für künftige Windkraftanlagen (WKA) eine Höhenbegrenzung von 180 Metern (Gesamthöhe) sowie einen Abstand von 1000 Meter von Wohnbebauungen festgelegt. Aus der Sicht von Helga Krakau aus Büste sind diese Vorgaben den Anwohnern von Windparks nicht zuzumuten.

"Es sollte unbedingt eine Begrenzung auf 150 Meter Gesamthöhe erfolgen"

Helga Krakau, Büste

"Es sollte unbedingt eine Begrenzung auf 150 Meter Gesamthöhe erfolgen", erklärt Helga Krakau. Bis zu dieser Höhe werden die WKA als Hindernisbefeuerung für die Luftfahrtsicherung mit den rot blinkenden Warnfeuern in Nabenhöhe ausgestattet. Bei Anlagen über 150 Meter müssen die Warnfeuer laut Krakau in drei Ebenen angebracht werden, am Rotor und zweimal unterhalb am Mast. Das bedeutet, dass zukünftig Blinkfeuer in mehr als vier Ebenen zu erwarten sind. "Das halte ich für eine unzumutbare Belästigung", sagt die Büsterin.

Bis der Teilflächennutzungsplan Wind in Kraft tritt, können in der Einheitsgemeinde Bismark Windräder aufgestellt werden, die weniger als 1000 Meter Abstand bis zu einer Wohnbebauung haben. Wie zuletzt westlich von Garlipp. Helga Krakau sieht aber schon bei dem künftigen Mindestabstand ernsthafte Probleme. "Auch bei Abständen von 1000 Meter und mehr kann es zu einer deutlich hörbaren Geräuschbelastung in der Umgebung von Windparks kommen", erklärt Krakau. "Je nach Abstand, Wetterlage und Windrichtung kann es durch das Abreißen des Windes an den Rotorblättern zu einer Geräuschbelastung kommen, die sehr belästigend wirkt." Die Büsterin fordert: "Von Wohnbebauungen sollte zum Schutz der Gesundheit und Lebensqualität der Einwohner ein Abstand von 1500 Metern eingehalten werden."

"Mit vier Windparks in unserem Gemeindegebiet und mit einer Fläche von 778 Hektar stellt Bismark alleine 17 Prozent der Vorrangfläche der gesamten Altmark", stellt Helga Krakau fest. "Im gesamten Gemeindegebiet wird man regelrecht von den Windrädern umzingelt." Auch hinsichtlich Wirtschaft und Tourismus gebe es negative Folgen von zu viel Windkraft. "Welcher Urlauber radelt oder reitet schon gern zwischen Windkraftanlagen?", fragt Krakau.

Helga Krakau hofft, dass sich die Anwohner von Windparks, die sich belästigt fühlen, oder Bürger, die Landschaftsschutz- und Naturschutz- oder Wirtschafts-Belange vertreten wollen, sich jetzt unbedingt äußern. "Noch können wir gemeinsam gestalten, was in nachfolgenden Einzelgenehmigungsverfahren schwerer durchsetzbar wird", erklärt Helga Krakau.

Der Teilflächennutzungsplan Wind ist im Internet auf der Homepage der Einheitsgemeinde www.stadt-bismark.de unter Öffentlichen Bekanntmachungen einzusehen. Nur noch heute liegt er im Verwaltungsamt öffentlich aus, nur noch bis Sonntag können Einwendungen (zum Beispiel durch Briefeinwurf) gemacht werden.