Stendal (dly) l Zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hat der Landkreis Stendal schon einiges unternommen. Am 29. und 30. April war ein Hubschrauber über den befallenen Gebieten unterwegs. Insgesamt wurden aus der Luft 275 Hektar besprüht, im vergangenen Jahr waren es 220 Hektar. Die 275 Hektar teilen sich in 257 Hektar an Straßen und Wegen und zirka 18 Hektar Flächen (Parks, Grünanlagen) auf, informierte Denis Gruber, erster Beigeordneter des Landkreises, am Dienstag die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Landschaftsschutz. Zum Einsatz kommt das Insektizid Dimilin 80 WG, das einen Wirkungsgrad von 95 Prozent haben soll.

Die Bekämpfung gelte als Hygienemaßnahme und diene der Gesundheitsvorsorge und der Gefahrenabwehr, erklärte Gruber. Die Haare der Raupen dieses Falters können beim Menschen allergische Reaktionen und, wenn sie in die Lunge gelangen, sogar Bronchitis oder Asthma auslösen.

Die Besprühung aus der Luft wurde vom Landkreis Stendal in Auftrag gegeben, für die Bodenbekämpfung sind die Mitarbeiter in den Städten, Einheits- und Verbandsgemeinden zuständig. Etwa 1500 Einzelbäume müssen besprüht werden, die Bekämpfung läuft derzeit noch. Nach jetzigen Schätzungen wird der Einsatz gegen die Eichenprozessionsspinner im Landkreis Stendal zirka 70000 Euro kosten, die sich der Kreis und die Kommunen teilen. Rund 55000 Euro kostet die Luftbekämpfung, rund 15000 Euro die am Boden.

"Wir haben in diesem Jahr so früh wie noch nie mit der Bekämpfung begonnen", informierte Denis Gruber. Waren vor Jahren hauptsächlich Gebiete im Norden des Landkreises betroffen, verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner mittlerweile auch nach Süden und Osten. "Die Situation wird sich nur langsam verbessern, man kann nie alle befallenen Bäume erreichen", räumte der erste Beigeordnete ein, denn bekämpft wird nur in den Bereichen, die von Menschen genutzt werden. Heißt: In den Wäldern, zum Teil Landeseigentum, wird nicht gesprüht. Um erfolgreich zu sein, müsste aber eine flächendeckende Abstimmung und Organisation zwischen den Landkreisen und dem Land erfolgen, forderte Ausschussmitglied Wolfgang März (Fraktion Landwirte für die Region).