Stendal. In der Nacht zum Sonnabend überstieg die Elbe bei Tangermünde wie erwartet die Sechs-Meter-Marke. Hochwasseralarmstufe II. Am Sonnabendvormittag machten sich Landrat Jörg Hellmuth und seine beiden Stellvertreter Annemarie Theil und Carsten Wulfänger auf den Weg in die Gebiete des Landkreises, in denen auf diese Situation angesichts des weiteren Ansteigens der Elbe zuerst reagiert werden musste. Einer dieser neuralgischen Punkte liegt im Süden des Landkreises, in der Tangerniederung zwischen Demker und Elversdorf. Vor Ort wurde abgesprochen, welche Gräben zusätzlich zu den bereits geschlossenen verbaut und wo Straßen in beiden Orten mit Sandsacksperren geschützt werden müssen.

Von dort aus ging es in Richtung Norden. "Die Deichbaustelle am Aland bei Pollitz soll in den nächsten Tagen mit 20 000 Tonnen Sand gesichert werden. Damit die Baustellenfahrzeuge das ungehindert tun können, haben wir die Landesstraße 2 zwischen Pollitz und Wanzer für jeglichen anderen Verkehr gesperrt", war am Nachmittag von Carsten Wulfänger zu erfahren.

Gesperrt war zu diesem Zeitpunkt bereits die Straße zwischen Bölsdorf und Tangermünde. Und gesperrt wurde am gestrigen Sonntag dann auch die ebenfalls bereits überflutete Straße zwischen Bömenzin und der Kreisgrenze in Richtung Gartow. Auch gestern liefen die Arbeiten zur Stabilisierung der Deichbaustellen bei Wanzer und Pollitz. 15 000 Kubikmeter Kies waren binnen 24 Stunden herangeschafft worden, um den linken Alanddeich zu erhöhen. "Das Aland-Abschlussbauwerk ist noch offen. Es fließt noch Wasser aus dem Aland in die Elbe ab", sagte Carsten Wulfänger gestern Nachmittag. Das Problem sei, dass die Elbe schon zu hoch steht und nicht mehr in der Lage ist, alles Wasser aus dem Aland aufzunehmen. "Die Durchflussmenge des Aland beträgt derzeit 37 Kubikmeter pro Sekunde. Die Elbe nimmt jedoch nur noch 16 Kubikmeter pro Sekunde ab. Dadurch kommt es zu einem Rückstau in diesem Gebiet", erläuterte der stellvertretende Landrat. Um dafür gewappnet zu sein, wurden gestern im Laufe des Nachmittages Feuerwehren aus dem Umkreis alarmiert, deren Mitglieder bis in die Abendstunden Sandsäcke füllten.

Der Elbepegel bei Tangermünde hatte gestern um 19 Uhr 6,23 Meter erreicht. Es fehlten somit noch 37 Zentimeter bis zur Hochwasseralarmstufe III, mit der dann auch entlang der Elbe im Landkreis Deichwachen eingesetzt werden, die im Bereich des Aland gestern bereits die Deiche kontrollierten.