Stendal l In der vollbesetzten Katharinenkirche wurde gestern das 20-jährige Bestehen des Musikforums und der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung gefeiert. Festredner war Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates aus München.

"Kunst ist nicht wirtschaftlich, sondern wesentlich", stellte Krüger zum Schluss seiner Ausführungen fest, die einige weitere passende Zitate enthalten hatten. So bemühte er Nietzsche, der einst sagte, dass das Leben ohne Musik ein Fehler sei und erinnerte an Konfuzius` Ausspruch "Der Mensch kann nicht ohne Musik". Krüger zitierte aus dem Kulturbarometer, das einen Zuspruch von 95 Prozent für die Förderung der Hochkultur registrierte, obwohl nur zehn Prozent aktiv an diesem Kulturleben teilnehmen. "Dieser Geist, der die Kultur als Wert anerkennt, muss erhalten bleiben", forderte er.

1,2 Millionen Euro für Stipendien

Hans und Eugenia Jütting haben diesen Geist vertreten. Musik, wissenschaftliche Bildung und die deutsch-polnische Verständigung sind die drei Säulen, auf der die Stiftung steht. 1,2 Millionen Euro sind in den vergangenen 20 Jahren für Stipendien ausgegeben worden. Und Krüger sieht die Förderung der Musik als genauso wichtig wie die Stärkung der deutsch-polnischen Verständigung an. "Wenn man die Großzügigkeit der Polen in der Öffnung zu Deutschland sieht, ist das anrührend und zeigt, wie richtig auch dieses Stiftungsziel ist", meinte er.

Bei der Festveranstaltung wurde natürlich nicht nur über Musik gesprochen, sondern auch Musik gespielt. Wolfgang Meyer (Klarinette) und Ragna Schirmer (Klavier) brachten Camille Saint-Saens, Frédéric Chopin und Bohuslav Martinu zu Gehör. Lang anhaltender Applaus war der Dank des Publikums. Beide Musiker sind der Jütting-Stiftung und somit auch Stendal eng verbunden, Mayer konzertierte schon bei der Eröffnung vor 20 Jahren.