Die Stadt Arneburg hat sich für das Elbehochwasser gerüstet. Am Dienstag wurde erstmals eine mobile Deichanlage aufgebaut. Diese soll die Grundstücke an der Straße an der Elbe vor dem Wasser schützen. 145 Meter Hochwasserschutz stoppen das Wasser. Für die im vergangenen Jahr von der Stadt angeschaffte Deichanlage ist es die Feuerprobe.

Arneburg. Die Elbe steigt und steigt. Die Arneburger können dem Hochwasser recht gelassen entgegensehen, ist die Stadt doch vielerorts hoch gelegen. Anders sieht es für die Anlieger der Straße an der Elbe aus. Sie befinden sich vis-à-vis zum Elbufer. Die Straße zur Fähre ist längst überspült.

Am Dienstag schwappte das Elbewasser auf die Fahrbahn der Straße an der Elbe. Gestern war die Fahrbahn bereits komplett überflutet. Trockenen Fußes kommt dort niemand mehr entlang. Das Autofahren war seit dem Wochenende kaum mehr möglich. Wenn das Wasser weiter steigt, sehen die Anwohner die Gefahr, dass es ihre Grundstücke erreicht, den Vorgarten flutet und dass die Keller ausgepumpt werden müssen. Nun hat die Stadt aber Abhilfe geschaffen.

Am Dienstag bauten Stadtarbeiter, Mitarbeiter des Eigenbetriebes sowie Mitarbeiter der Wasserwacht einen mobilen Deich auf. Der Einsatz dauerte einen Arbeitstag an. Zehn Mann waren beschäftigt. Das Wasser kann den Anwohnern der Straße an der Elbe nun nichts mehr anhaben.

Auf einer Länge von 145 Metern schützt diese Wallanlage, die circa 1,25 Meter hoch ist, nun die linksseitige Straße an der Elbe. Sie sorgt dafür, dass das Wasser "draußen" bleibt. Die Bewohner können so trockenen Fußes ihre Grundstücke betreten. Über die Treppe des Burgbergs gelangen sie in die Stadt. In den Vorjahren war das nicht so. "Über Stege mussten die Anwohner ihre Grundstücke verlassen", erinnert sich Ronny Hertel, Mitarbeiter der Stadt. "Die Stege werden jetzt nicht mehr gebraucht", fasst er zusammen und verweist auf das "sehr gute Patent" der Hochwasserschutzanlage.

Der montierbare Deich besteht aus Ausfallklappen, Kunststoff, Metallstützen und ist mit Folie überspannt. Befestigt wurde die Folie zunächst mit Sandsäcken. Letztendlich wird sie durch Ketten verstärkt. "Das ist günstiger als Sandsäcke, denn die Ketten sind wiederverwendbar", so Simone Kuhlmann, Leiterin des Bau- und Ordnungsamtes.

Die Stadt ist seit dem vierten Quartal 2010 im Besitz dieser modernen Anlage. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 76 139 Euro. 66 322 Euro flossen als Zuwendungen aus dem Konjunkturprogramm. Sachsen-Anhalts Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aeikens, brachte im Frühjahr vergangenen Jahres persönlich den Zuwendungsbescheid ins Rathaus.

Gelagert wurde die Anlage beim Eigenbetrieb der Stadt Arneburg. Dort wurde sie schon probehalber aufgebaut. Nun muss der mobile Deich seine Feuerprobe bestehen.

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