80 Jugendliche und Menschen mit Behinderung trafen sich am Wochenende im Christlichen Jugenddorf (CJD) Billberge zu den traditionellen Erlebnissporttagen. Zum 20. Mal hatten die Mitarbeiter der Einrichtung dazu eingeladen.

Billberge l "Wir feiern heute ein Jubiläum. Es sind die 20. Erlebnissporttage", berichtete Sozialpädagogin Roswitha Goltz am Sonnabend nicht ganz ohne Stolz. "In unserem Gründungsjahr haben wir das nicht gemacht und zweimal waren wir an anderen Orten", erinnerte sie sich. "Doch hier bei uns haben wir einfach die besten Voraussetzungen, um dieses Ereignis in dem Umfang bieten zu können."

Deshalb zieht es jedes Jahr im Juni Jugendliche aus Christlichen Jugenddörfern Ostdeutschlands nach Billberge. Am Sonnabend waren es mehr als 80, einige von ihnen auch schon älter als 18 Jahre. Sie sind dann nicht mehr in einem CJD untergebracht, sondern meistern ihren Alltag in betreuten Werkstätten.

Zur Tradition ist es inzwischen auch geworden, dass Pfarrer i.R. Matthias Barniske die Sporttage mit einer Morgenandacht eröffnet. Auf dem Sportplatz direkt neben der Elbe fanden sich Teilnehmer und Betreuer deshalb am Sonnabendmorgen zusammen. Vor Jahren fand auf diesem Platz noch alles statt. Hier standen die Zelte, hier wurden die Teilnehmer versorgt, hier wurden die Wettbewerbe ausgetragen. Seit drei, vier Jahren sind die Erlebnissporttage dichter an das CJD gerückt. Unter den hohen alten Bäumen im Park werden seitdem die Zelte aufgeschlagen. Wer mag, kann auch in festen Wohnunterkünften schlafen.

Dieses Angebot nahmen zum Beispiel die Teilnehmer aus Gera wahr. "In den Zelten war es manche Jahre doch zu kalt, oder wir mussten sie nass wieder abbauen", begründete Torsten Matros die Wahl. Der Sozialpädagoge aus dem CJD Gera war zusammen mit seinem Kollegen Heiko Welzer und acht jungen Männern im Alter von 18 Jahren nach Billberge gekommen. "Wir sind jedes Jahre dabei", verriet Heiko Welzer. Und auch der eine oder andere Jugendliche komme so in den Genuss, mehrmals dieses Fest mitzuerleben. "Die Kanutour ist für uns immer das größte Erlebnis", sagte Matros.

Doch bevor es am Sonnabend auf die Elbe ging, standen die Staffelspiele auf dem Programm. Jede Gruppe wetteiferte um den Sieg. "Es ist toll, dass sie trotz ihrer Einschränkungen einen solchen Kampfgeist entwickeln", freute sich Ausbilder Olaf Jesih, der als Kampfrichter fungierte.

"Toll, dass sie solchen Kampfgeist entwickeln."

Ausbilder Olaf Jesih

Nach einer guten halben Stunde waren die Aufgaben absolviert. Gruppenweise ging es auf die 10-Kilometer-Wandertour und am Nachmittag zur 30-Kilometer-Radtour. Für die Jungen aus Gera und einige Billberger startete der Vormittag mit der Kanutour. In Tangermünde ließen sie am Bootshaus ihre Boote zu Wasser, stülpten sich die Schwimmwesten über und nahmen die Paddel zur Hand. Ihr Ziel hieß Billberge. Bei Niedrigwasser war die Strömung nicht zu groß, so dass es in einem gemütlichen Tempo flussabwärts ging.

 

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