20 Jahre Warten haben sich gelohnt. In Meßdorf wurde das Flurneuordnungsverfahren eröffnet. In den kommenden Wochen soll mit der Vermessung begonnen werden.

Meßdorf l Seit 20 Jahren ist Uwe Lenz Bürgermeister von Meßdorf und fast 20 Jahre lang war er mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) in Stendal immer wieder im Gespräch bezüglich der Flurneuordnung innerhalb der Gemarkung der Ortschaft. Nachdem Verfahren in anderen Regionen zum Abschluss gekommen waren, Geld und personelle Kapazitäten wieder frei sind, rückte Meßdorf mit seinen drei Ortsteilen Biesenthal, Späningen und Schönebeck auf der Prioritätenliste nach vorn. Eigentlich sollte es bereits im Oktober des Vorjahres losgehen. Ein mittlerweile zurückgezogener Widerspruch verzögerte das Verfahren allerdings um ein weiteres halbes Jahr.

Lenz wurde zum Vorsitzenden gewählt

Nun sind die Wege aber geebnet, im Mai trafen sich die Teilnehmer, wählten ihren fünfköpfigen Vorstand samt Stellvertreter und den Vorsitzenden. Letzteres Amt übt Lenz selber aus. Der Landwirtssohn aus Meßdorf, der einst in der Landwirtschaft lernte, wird künftig den Kontakt zum ALFF und dem mit der Verfahrensdurchführung beauftragten Unternehmen in Stendal halten. Diese Kontakte werden längere Zeit bestehen. Immerhin dauert ein solches Verfahren in der Regel zehn bis zwölf Jahre.

Viele Interessen müssen unter einen Hut gebracht werden. Zum einen sind da die drei Haupterwerbslandwirte, die in der Gemarkung wirtschaften. Weiterhin betroffen sind Bauern aus benachbarten Orten, die in Meßdorf Acker unter dem Pflug haben, oder ein Landwirt aus Niedersachsen, der in der Gemarkung seine Eigentumsfläche bewirtschaftet. Zu berücksichtigen sind selbstverständlich auch die über 100 Eigentümer, die Acker, Wiesen oder Forsten in Meßdorf besitzen. Einige davon müssen sogar noch ermittelt werden, so Lenz.

Bereits bestehende Flächenstrukturen, die sinnvoll sind, sollen nicht angetastet werden, versichert der Ortsbürgermeister. Im Falle einiger Splitter- und Kleinstflächen werde es aber zu Grenzverschiebungen oder zum Austausch kommen. Differenzen durch unterschiedliche Bonitäten werden dabei selbstverständlich ausgeglichen.

In den kommenden Wochen wird die 2460 Hektar große Gemarkung neu vermessen. Durch die 40-jährige Kollektivwirtschaft hat sich das Bild der Flur nämlich verändert. Es wurden Gräben geschlossen und neue ausgehoben. Auch der Verlauf der Wege wurde verändert und darüber hinaus werden zahlreiche Grenzsteine nicht mehr aufzufinden sein.

Landeigentümer tragen zehn Prozent der Kosten

Im Zuge des Verfahrens sind 19 Wegebaumaßnahmen geplant, die eine Länge von 25,2 Kilometer beinhalten. Überwiegend werden Betonspurbahnen verlegt, teilweise soll auch Bitumen zum Einsatz kommen. Als Ausgleich für die Versiegelung werden sieben bis acht Hektar Fläche zur Verfügung gestellt werden müssen. Darauf werden Bäume gepflanzt oder Windschutzstreifen angelegt. Lenz hofft, dass bereits im kommenden Jahr die ersten Wege in Angriff genommen werden können.

Mit 90 Prozent wird die Flurneuordnung in Meßdorf maximal gefördert. Die übrigen zehn Prozent werden die Landeigentümer zahlen. Diese Summe, es sind etwa 150 Euro pro Hektar, wird über den Zeitraum von zehn Jahren eingefordert.

Lenz betonte, dass die große Mehrheit der Teilnehmer sehr froh über die Eröffnung des Flurneuordnungsverfahrens sei. Profitieren werden aber auch Unbeteiligte. Schließlich werden beispielsweise neue Wege auch von Radfahrern oder Spaziergängern genutzt.