An der Wladimir-Komarow-Sekundarschule findet derzeit die fünfte interkulturelle Woche statt. Gestern standen zahlreiche Workshops auf dem Programm, bei denen die Schüler ihre Talente unter Beweis stellen konnten.

Stendal l "Wer sprachliche Defizite hat, kann auf anderen Gebieten zeigen: Wir können was", erklärte Schulsozialarbeiterin Conny Förster ein Ziel und die Botschaft der interkulturellen Woche, die sie gemeinsam mit Lehrerin Christiane Bloch vorbereitet hat und die an der Komarow-Schule zum fünften Mal stattfindet. Möglich wurde sie dank der Förderung aus dem Europäischen Sozialfond. Derzeit hat die Schule rund 240 Schüler, davon sind etwa 40 Prozent Migranten. "Sie bringen etwas in die Schulkultur rein, das wir sonst nicht hätten", freut sich Conny Förster. Mit welchen Talenten sie sich einbringen können, das können in dieser Woche aber alle Schüler zeigen.

Mit Klassenprojekten ging die interkulturelle Woche am Montag los. Zu Gast waren unter anderem die Illustratorin Julia Charlotte Hofmann, die für die Fünftklässler einen Zeichenkurs zu Gregs Tagebüchern anbot, und Autor Al Page mit einer interaktiven Lesung zu seinem Buch "Brief für Selma" für die Acht- und Neuntklässler. Andere Klassen erlebten ein Schwimmfest oder meisterten den Kletterparcours des MAD-Klubs.

Gestern gab es diverse Workshops. In der Musikerfabrik Frank Wedel fanden Schnupperkurse für Gitarre und Keyboard statt, im JFZ Mitte wurde Steppaerobic angeboten. Die Stendaler Migranteninitiative lud zu einem Trommelworkshop ein und zu einem zum Alltag in Afrika, zur Kultur, zu Speisen und zur Musik des Kontinents. Das Musikalische Kompetenzzentrum Magdeburg war mit einem Schattentheater vor Ort, die Pathfinder von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt mit dem Projekt Recycling-Upcycling. Dabei konnten die Teilnehmer - im Vorfeld hatten die Schüler eine Woche Zeit, sich aus den Angeboten einen Kurs auszusuchen - aus alten Tetrapacks, Schachteln, Gläsern oder Plastikflaschen zum Beispiel Armbänder, Windlichter oder Schmuckkästchen anfertigen. Eine Gruppe versorgte die Mitschüler mit gesundem Frühstück, andere trieben Sport, übten sich im Fotografieren, in der Seidenmalerei, im Hip-Hop und Street Jazz oder waren mit dem Kompass unterwegs.

Mit einem Sportfest geht die Aktionswoche heute weiter, morgen endet sie mit einem Tag der Verkehrserziehung.

   

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