Stendal l Lange schon hat Max Kunze als Präsident der Stendaler Winckelmann-Gesellschaft gegen die neue Fassaden-Gestaltung des Winckelmann-Museums gewettert. Insbesondere der einheitlich ockerfarbene Anstrich und die Fenster ("Die sehen aus wie aus Plastik") sind ihm ein Dorn im Auge. Selbst das hölzerne Fachwerk wurde in Ocker gestrichen.

Trotz Bauabnahme sollen Gespräche geführt werden

"Das wird nicht so bleiben", sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) am Montag spontan, als er zusammen mit Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) im Museum war und dort über die langfristige Finanzierung des Museums sprach (die Volksstimme berichtete). Als Chef der Unteren Denkmalbehörde werde er der Sache noch einmal nachgehen. Das gestrichene Fachwerk gefiel auch dem Oberbürgermeister nicht.

Minister Stephan Dorgerloh sagte seinerseits zu, auch mit der Oberen Denkmalbehörde diesbezüglich noch einmal sprechen zu wollen.

Kunze kritisierte, dass es nicht einmal eine Gesprächsbereitschaft vonseiten der Denkmalbehörden gegeben habe. "In der vergangenen Woche war hier die Endabnahme, die haben sich hier ins Haus geschlichen und haben uns nicht einmal dazu eingeladen", sagt der Präsident der Winckelmann-Gesellschaft. Auch zuvor sei auf Einlassungen der Gesellschaft bezüglich der Fassadengestaltung nur zögerlich reagiert worden.

Landesrestaurator ist selbst nicht zufrieden

Als vor zwei Wochen über den Neuanstrich des Stendaler Rathauses informiert wurde, da verteidigte Helfried Weidner von der Landesdenkmalbehörde in Halle den Trend zu einheitlich gestrichenen Fassaden und betonte, dass dies für einzelne Epochen authentisch sei, aber gerade bei Fachwerk bei vielen Menschen Irritation hervorrufe. Die Ausführung beim Stendaler Winckelmann-Museum sah er gleichwohl als nicht ideal an.

Für Max Kunze ist es "ein Unsinn", bei der Fassadengestaltung des Winckelmann-Museums damit zu argumentieren, dass eine Zeitepoche nachempfunden werde. "Das Gebäude stammt nicht aus der Zeit Winckelmanns und wurde nach und nach umgebaut", so Kunze.

Seit 1955 befindet sich in dem Haus das Museum für den Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), es wird von der Winckelmann-Gesellschaft betrieben. Das Gebäude gehört der Stadt.