Am heutigen Donnerstag hat das Bistro Regional seinen letzten Tag, morgen wird das Insolvenzverfahren des Färberhofes eröffnet. Für das Bistro wurde kein neuer Betreiber gefunden, das bedeutete das Aus. Doch die Idee lebt weiter.

Stendal l Vor drei Monaten zeichnete sich die kritische finanzielle Lage beim Färberhof ab. Am 8. Mai beantragten sowohl ein Gläubiger als auch die Geschäftsführerin der Färberhof gGmbH, Marika Mund, beim Amtsgericht Stendal die Insolvenz. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Magdeburger Rechtsanwältin Karina Schwarz bestellt.

"Am 1. August wird das Insolvenzverfahren eröffnet, gleichzeitig wird das Bistro geschlossen", sagte die Juristin im Gespräch mit der Volksstimme. Es sei nicht gelungen, einen neuen Betreiber zu finden. "Es hat zwar Übernahmeinteressenten gegeben, die haben aber Umsatz und Kosten miteinander verglichen und dann davon Abstand genommen", erläuterte Schwarz.

Neue Caterer für andere Schulen

Zumal auch die 20 Mitarbeiter hätten übernommen werden müssen. Denen wird nun gekündigt, Löhne bis zum Ablauf von Kündigungsfristen aus der Insolvenzmasse bezahlt. Vom Bistro Regional wurden nicht nur die Kinder des Färberhofs versorgt, sondern auch Jungen und Mädchen an anderen Schulen, beispielsweise der Bilingualen Grundschule "Altmark". Die Vertragspartner wurden schon vor einigen Wochen darauf hingewiesen, sich einen neuen Caterer zu suchen.

Den sollte es zunächst auch für den Färberhof geben. Mit der Salus war schon vereinbart worden, zunächst für den Monat August das Essen geliefert zu bekommen. Doch dann stiegen die Eltern auf die Barrikaden. "Wir hatten in der vergangenen Woche eine Elternkuratoriumssitzung, in der es vorrangig um das Thema Ernährung ging", sagte Marika Mund gegenüber der Volksstimme. Dabei hätten die Eltern darauf bestanden, bei der regionalen Idee und den Maßstäben des Bistro Regional zu bleiben. "Wir wollen keinen einzigen Tag einen Caterer", war die einhellige Meinung. Am Freitag vergangener Woche wandte sich das Kuratorium unter der Leitung von Jessica Günther an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises und bat darum zu überprüfen, ob denn nicht in der Küche des Färberhofes Essen zubereitet werden könnte. Unter gewissen Bedingungen ginge es, wird zumindest aber, was die warme Hauptmahlzeit betrifft, nicht umgesetzt. Die kommt künftig vom Salus Service.

So muss die Idee der Ernährungspädagogik nicht ganz sterben, nur eine Umsetzungsform, das Bistro, ist gescheitert. Dafür könne auch kein anderer Begriff gefunden werden. "Das müssen wir alle verkraften und auch für mich ist das emotional gar nicht so einfach", schilderte sie. Optimistisch war das Bistro Regional im April 2012 nach langer Vorbereitungs- und Bauzeit an den Start gegangen. Das Bistro Regional sollte vieles sein, Treffpunkt für Jung und Alt, Veranstalter von Familiennachmittagen und nicht zuletzt ein Ort, an dem regionale Biokost angeboten wird, nicht gerade Massenware in der Region. "Schade, dass vier Jahre Arbeit zwar nicht für nichts, aber nur für eine Erfahrung waren", meinte Mund.

Vielleicht schon Ende 2014 aus der Insolvenz

Der Betrieb der Kindereinrichtung und des Mehrgenerationenhauses ist durch das Insolvenzverfahren unberührt. "Der Insolvenzplan sieht einen Teilverzicht der Gläubiger vor", sagte Anwältin Schwarz. Somit könnte der Färberhof Ende des Jahres aus der Insolvenz kommen und mit neuem Schwung ins kommende Jahr starten. Optimistisch blickt auch Marika Mund der Zukunft entgegen: "Das wird schon."

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