Wie würde eine Fährverbindung über die Elbe, die vor allem Radtouristen ansprechen soll, zwischen Schönberg/Deich im Norden des Landkreises Stendal und dem brandenburgischen Rühstedt angenommen? Diese Frage soll ein Solarfähr-Probetag am morgigen Sonntag beantworten.

Schönberg/Deich l Die Solarfähre zwischen Rühstädt auf Brandenburger Seite und Schönberg auf Altmark-Seite ist schon seit einigen Jahren im Gespräch. Am Sonntag, 3. August, wird diese Fährverbindung für einen Probetag in Betrieb gehen. Die Initiativgruppe Solarfähre Elbe organisiert diesen Probetag und hat dafür als Veranstalter die Verbandsgemeinde Seehausen auf Altmärker Seite und das Amt Bad Wilsnack / Weisen und die Gemeinde Rühstädt auf Prignitzer Seite gewonnen. Im Einsatz ist ein Solarboot, außerdem mehrere Boote der Feuerwehren Seehausen und Wittenberge und ein Boot des Technischen Hilfswerks.

Die Vision dieser neuen Fährverbindung soll an dem Probentag für jeden erlebbar werden.

Die Idee zu dieser recht spektakulären Aktion hatte die Initiativgruppe Solarfähre, die aus der Arbeitsgruppe Radtourismus der Verbandsgemeinde Seehausen und engagierten Akteuren auf Prignitzer Seite hervorgegangen ist.

"Für die ganze Region wäre das super. Beide Seiten würden davon profitieren."

Charlotte Bebion-Zander, Bälow

Die Fährüberfahrten beginnen um 10 Uhr. Jeweils zwei Boote starten an den beiden Ufern. Um mögliche Wartezeiten angenehm zu überbrücken, wird es an beiden Anlegestellen eine kleine kulinarische Versorgung geben. Auf der altmärkischen Seite werden die Besucher außerdem musikalisch unterhalten mit stimmungsvoller akustischer Live-Musik. Die neue Firma "elements-nature", die bei Seehausen angesiedelt ist und Kanu-Ferien oganisiert, wird ebenfalls vor Ort sein und den Aktionstag unterstützen.

Mit dieser Fährverbindung über die Elbe könnten sich insbesondere für Radfahrer völlig neue Ausflugsmöglichkeiten und Routen erschließen. Die Solarfähre zwischen Rühstädt/Gnevsdorf und Schönberg würde auf der langen Strecke zwischen Wittenberge, Havelberg und Werben dort eine Querungsmöglichkeit bieten, wo es bisher weder Brücke noch Fähre gibt. Damit wären erstmals Rundtouren zwischen Wittenberge und Havelberg möglich.

Für die Anwohner auf Altmark-Seite rückt mit dem kurzen Weg über die Elbe nach Rühstädt die ganze Region rechts der Elbe, bis Bad Wilsnack, Plattenburg, Wittenberge und Havelberg als Ausflugsregion in unmittelbare Nähe. Für die Prignitzer erschließt sich das altmärkische Ufer mit seinem Hinterland bis nach Werben, Seehausen, Osterburg und dem Krumker Gartenreich als neue und gut erreichbare Erlebnisregion.

Das ist die Vision, von der viele Touristikanbieter hoffen, dass sie wahr wird. "Für die ganze Region wäre das super", sagt Charlotte Bebion-Zander, Inhaberin der Pension Zander in Bälow bei Rühstädt. "Beide Seiten würden davon profitieren. Wir brauchen ein neues Highlight, nur die Störche ist zu wenig. Mit einer solchen Fährfahrt können die Gäste außerdem den Fluss erleben, das ist zusätzlich was ganz Besonderes."

Ihre Gäste, die oft mehrere Tage bleiben, schickt sie oft für Ausflüge nach Havelberg und Werben. Die wollen dann gerne auf der anderen Elbseite zurückfahren, was aber nicht geht, denn von Havelberg über Wittenberge zurück nach Bälow sind es 80 Kilometer. Für viele Freizeitradler und insbesondere für Familien mit Kindern viel zu weit. "Ich schicke meine Gäste auch gerne nach Beuster, in die Kirche und in die Schäferei zum Kaffeetrinken. Die sind total begeistert, aber das ist nur möglich für sehr sportliche Radler, die die 80 km schaffen."

Touristik-Anbieter auf der anderen Seite der Elbe sehen das genauso. "Auf jeden Fall wäre eine solche Fährverbindung an dieser Stelle wichtig", sagt Birgit Lucas, Betreiberin der Ferienwohnung Lucas in Beuster. "Der Weg zur anderen Elbseite wäre dann einmal halbiert. Wir sind sehr daran interessiert, auch aus privaten Gründen für uns selbst als Freizeitradler."

"Der Weg zur anderen Elbseite wäre dann einmal halbiert. Wir sind sehr daran interessiert."

Birgit Lucas, Beuster.

Am 3. August wird es für die Gäste aus Bälow nach Beuster nur ein Katzensprung sein. Zwei Kilometer zur Fähre und von Schönberg bis Beuster acht Kilometer. Als Ausflugsziele bieten sich an: Beuster, mit St. Nikolaus an der Straße der Romanik, der Neuland-Schäferei, wo Familie Schuster neben Kaffee und Kuchen speziell aus diesem Anlass auch einen Mittagstisch anbietet. Das Blaulichtmuseum ist ebenfalls geöffnet. In Losenrade kann die Ausstellung "Kunst mit Treibholz" im Künstlerhaus Raspeliere besichtigt werden und in Wahrenberg hat wie immer das Cafe am Deich Anne-Elbe geöffnet. Kurze Wege gibt es mit Hilfe dieser Fähre auch von der Prignitz in die Biedermeier- und Storchenstadt Werben, nach Seehausen und sogar nach Osterburg und in das Gartenreich Krumker Park.

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