Eine einzige Trainingsstätte in Tangermünde wartet noch immer darauf, saniert beziehungsweise durch eine andere ersetzt zu werden - die Sporthalle in der Tannenstraße. Ein Projekt gibt es, auch die Zusage zur Übernahme eines Teils der Kosten. Für den anderen Teil hofft die Kommune auf Förderung durch das Land.

Tangermünde l "Ich denke, 2016 steht eine wunderbare Halle am Wäldchen für das Training zur Verfügung." Das hatte Tangermündes Bürgermeister Rudolf Opitz zu Beginn dieses Jahres gesagt, als er nach der Zukunft der Trainingsstätte in der Tannenstraße gefragt wurde. Inzwischen sind drei Viertel des Jahres um. Noch immer tut sich nichts im Norden der Stadt am provisorisch offen gehaltenen Trainingsareal.

Seit vielen Jahren nutzen Judokas, Kraftsportler, Kegelfreunde und Schützen das Waldschlösschen als Trainingsstätte. Es ist nur bedingt nutzbar. Moderne Bedingungen sehen anders aus. Seit 2008 schützt eine Notkonstruktion das Objekt in der Tannenstraße. Seitdem wird "drumher trainiert". Seit sechs Jahren warten die Sportler des Turn- und Sportvereins (TSV) Tangermünde auf eine endgültige Lösung.

"Positive Signale gibt es noch keine."

Auch wenn sich öffentlich nichts tut, blieb die Stadt seitdem nicht untätig. Bald nach der Mängelfeststellung wurde ein Projekt für einen Ersatzneubau in Auftrag gegeben, in Ausschüssen und Fraktionen darüber diskutiert. An den Ort, an dem heute das frühere Waldschlösschen steht, soll danach ein Neubau gesetzt werden, der allen Sektionen Platz und Trainingsmöglichkeiten bietet.

Die Umsetzung dieser Pläne würde auch den letzten Sportlern der Kaiserstadt ein Trainingsheim geben, auf das sie schon lange warten. Die Stadt hat in den vergangenen 20 Jahren viel für den Sport getan: ein Stadion gebaut, ein Sportzentrum errichtet, für die Ruderer ein Bootshaus auf historische Fundamente gesetzt. Der Landkreis wird nach umfangreichen Sanierungsarbeiten bald die Sporthalle der Brunsbergschule zur Nutzung freigeben. Lediglich die Sektionen des TSV, die im Waldschlösschen trainieren, müssen noch mit sehr spartanischen Bedingungen vorliebnehmen.

Nach den Diskussionen um die Ersatzpläne verschwand das Projekt erst einmal wieder in der Schublade. Ohne Fördermittel will die Kommune das Millionen-Vorhaben nicht angehen. Kredite hat sie schließlich seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr aufgenommen.

Ende vergangenen Jahres machte Bürgermeister Rudolf Opitz den Judokas, Kraftsportlern, Schützen und Kegelfreunden Hoffnung. Zumindest die Hälfte der erforderlichen 2,4 Millionen Euro wäre schon sicher, verriet er Anfang Dezember während der Sportlerehrung in der Salzkirche. Wieder einmal sei es die Hugo-Meyer-Nachfahren-Stiftung, die der Stadt unter die Arme greife und 50 Prozent des Geldes zugesichert habe.

Für die restlichen 50 Prozent oder einen Großteil davon hofft die Stadt nun auf Landeshilfe. Verschiedene Fördermittelanträge seien gestellt worden. "Positive Signale gibt es noch keine", sagte Opitz jetzt auf Nachfrage. Und er erklärte: "Wir erwarten im Spätherbst Antworten."

"Zweigleisig können wird nicht fahren."

Sollten diese kommen, müsste sich die Stadt immer noch entscheiden, welche der Förderung sie für sich in Anspruch nehmen würde. "Wir können ja nicht zweigleisig fahren", erklärte der Bürgermeister.

Sehr gern, so hatte der Bürgermeister im vergangenen Jahr zur Sportlerehrung deutlich gemacht, würde er vor seinem Abschied in den Ruhestand im Juli 2015 noch den Grundstein für den Neubau dieser Trainingsstätte legen. Damit wäre dann der letzte Sportstandort in der Elbestadt modernisiert.