In der Kindertagesstätte "Sonnenschein" gibt es keinen Dreck und Baulärm mehr. Nach knapp einem Jahr Sanierungsarbeiten gibt es allerdings auch keine Kita Sonnenschein mehr. Diese heißt jetzt "BuBiLa" und hat sich nicht nur äußerlich, sondern auch konzeptionell verändert.

Stendal l Farbenfroh, modern und großräumig präsentiert sich die frisch sanierte Kindertagesstätte Sonnenschein zur gestrigen Neueröffnung nach der Komplettsanierung. Das Haus verfügt jetzt über einen Fahrstuhl, wurde um eine Etage erweitert und hat jetzt "Platz ohne Ende", wie Kitaleiterin Andrea Butzek gestern sagte. "Wir haben jetzt einen Bewegungsraum, eine Kinderküche und eine kleine Werkstatt in der oberen Etage. Dass wir das unseren Kindern anbieten können, ist natürlich toll", sagt sie. Und noch etwas gab es vorher nicht: den jetzigen Namen der Kita. Nannte sie sich bisher "Sonnenschein", heißt sie jetzt etwas abstrakt "Bunte Bildungs-Landschaft" oder kurz "BuBiLa".

BuBiLa ist nicht nur Name, sondern Programm

"Dahinter verbirgt sich eigentlich unser neuer pädagogischer Anspruch", erklärt Butzek weiter. "Wir sind jetzt eine moderne, integrative Einrichtung mit einem Migrationsanteil von knapp 35 Prozent. Das haben wir in unser Konzept einbezogen und sind nun nicht mehr nur barrierefrei, sondern wollen auch verstärkt Sprachhürden überwinden."

Große Pläne, die sich die Kitaleiterin auf die Fahne geschrieben hat. In den neuen Räumen dürfte das allerdings kein Problem werden, in denen dem kindlichen Drang zum Herumwirbeln ungehemmt nachgegeben werden kann.

Aufatmen nach knapp einem Jahr Sanierungsarbeiten kann auch Cornelia Kurowski, Geschäftsführerin der Volkssolidarität, Kinder-, Jugend- und Familienwerk gGmbH Sachsen-Anhalt. Die Volkssolidarität als Träger der Einrichtung habe mindestens genauso die Daumen gedrückt und auf eine Ende der Bauarbeiten gehofft wie die Mitarbeiter und Kinder selbst, sagt sie. "Es ist mir ein Riesenstein vom Herzen gefallen, als ich gesehen habe, wie toll alles geworden ist. Es hat ja doch eine Menge Geld gekostet, aber die Arbeiten waren dringend nötig. Vor allem im Sanitärbereich, da haben wir teilweise noch Fliesen aus DDR-Zeiten an den Wänden gehabt." Diese Zeiten sind nun vorbei. Seit gestern können sich die Kinder über farbenfrohe, kind- und behindertengerechte Sanitäranlagen freuen.

1,9 Millionen Euro hat die Komplettsanierung letztendlich gekostet. Mehr als erwartet, denn veranschlagt waren nur knapp 1,6 Millionen Euro. "Wie wir das ausgleichen, darüber müssen wir uns jetzt einen Kopf machen", sagt Kurowski. "Aber wir sind sehr zuversichtlich." Auch die Stadt Stendal hat sich an der Finanzierung beteiligt. Mit einem Zuschuss von 227000 Euro habe man "in ein Projekt investiert, das uns sehr am Herzen liegt", wie Torsten Mehlkopf, Leiter des Amtes für Jugend, Sport und Soziales, sagt.

Nicht nur, weil einst seine beiden Kinder ebenfalls die Einrichtung besuchten, sondern auch weil sie jetzt als integrative Kita fungiert. Davon gibt es in Stendal nur drei von insgesamt 14 Kitas. "Und daher ist die Kita BuBiLa in der Betreuungslandschaft der Stadt Stendal etwas Besonderes", so Mehlkopf.

Den knapp 150 Kindern der neuen Kita BuBiLa ist das übrigens egal. Sie freuen sich darüber, dass endlich kein Baulärm mehr ihre Ruhe stört. Deshalb haben sie die Neueröffnung ihrer Kita gestern groß gefeiert, mit viel Musik, Toben und vielen Luftballons, die sie feierlich in die Lüfte steigen ließen.

   

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