Ein Jahr später als ursprünglich geplant wurde gestern die Kindertagesstätte "Abenteuerland" der Borghardtstiftung offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Ein Haus, das die Stadt Stendal für 1,55 Millionen Euro errichten ließ und das 80 Kindern in den drei Wochen seit ihrem Einzug bereits zu einem zweiten Zuhause geworden ist.

Stendal l Die Aufgaben von Kita-Leiter Bernd Mitsch beschränkten sich an diesem Nachmittag auf das Schütteln von Händen und das Entgegennehmen von Geschenken. Damit hatte der Chef der Kindertagesstätte "Abenteuerland" der Borghardt- stiftung beide Hände voll zu tun. Bauleute, Architekten, Politprominenz aus Stadt, und Landkreis, Berufskollegen, Nachbarn - alle gratulierten zum neuen Haus, dem Zuhause für 80 Kinder, das am Stendaler Stadtrand inklusive eines großzügigen und kindgerecht gestalteten Außengeländes in den vergangenen beiden Jahren entstand. Eigentlich sollte zwischen Grundsteinlegung und Einzug nur ein Jahr liegen. Es kam anders. Der Bau verzögerte sich, nicht zuletzt wegen des Hochwassers im Sommer 2013, das eine der hier gebundenen Baufirmen arg in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Was lange währt, wird gut

Doch was lange währt, wird gut. Hier in der Osterburger Straße 44 passt der Spruch, und so hatte Elimar Brandt, Vorstand der Borghardtstiftung, den im größten Raum des Hauses versammelten Einweihungsgästen vor allem eines zu sagen: Dankeschön. "Menschen sollten ein Dach haben, unter das sie schlüpfen können. Ein schöneres hätten Sie uns nicht geben können, sagte Brandt in einer ebenso herzlichen wie kurzen Ansprache.

Was folgte war ein Zwiegespräch mit den Hauptpersonen dieses (wie jedes anderen) Tages im Abenteuerland. Von den Kindern erfuhr Brandt, dass es hier schöner sei als im alten Haus "Am Sandberg", dass sie den Kreativraum lieben und die Kinderküche, in der sie schon Plätzchen gebacken haben.

"Das war alles nur möglich, weil ganz viele Leute gesagt haben: Dieses Haus für die Kinder ist so wichtig, dass wir es bezahlen", nahm Sebastian Stoll (CDU), zweiter Stellvertreter des Stendaler Landrats, den Dialog mit den Kindern auf und zog den symbolischen Hut vor Bauleuten und Hausherrren, womit der Ball dem Stendaler Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) zugespielt war. Der sprach von einem schönen Beispiel dafür, dass die Hansestadt alles tue, damit Kinder in ihr einen Lebensmittelpunkt bekommen, haben und auch behalten werden. Überdies fand der OB den Namen der neuen Kindereinrichtung recht passend - Abenteuerland -, denn vieles in Stendal sei ein Abenteuer, so Schmotz augenzwinkernd. Glückwünsche und, was die Kinder augenscheinlich noch ein bisschen glücklicher machte, packungsweise Buntstifte hatte die Stendaler Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert (Linke) im Gepäck.

Das letzte Wort hatten wieder die Mädchen und Jungen der neuen Kindertagesstätte der Stendaler Borghardtstiftung. Sie sangen es. Gemeinsam mit der Kita-Mannschaft und ihren Gästen: "Komm mit uns ins Abenteuerland..." Eine Einladung, die viele der Gratulanten im Anschluss gern annahmen und sich von Borg- hardtstiftungs-Vorstand Elimar Brandt, Kita-Leiter Bernd Mitsch und natürlich den Kindern durchs neue Haus führen ließen.