Stendal (bty) l Es wurde tatsächlich ein heiterer Abend, wie von Intendant Alexander Netschajew in seiner Begrüßung erhofft. Die elfte Kulturpreisverleihung der Hansestadt Stendal bot am Freitag dem Publikum im Kleinen Haus des Theaters eine bunte Mischung aus unterhaltsamen Lobreden, musikalischen, schauspielerischen und textlichen Einlagen. Und natürlich der Ehrung der Preisträger.

Fünf Preise wurden in diesem Jahr vergeben, der zweite Preis doppelt. Der Kulturförderpreis, speziell für Nachwuchstalente gedacht, ging an Angelina Schäfer und Robert Kruft vom Wahrburger Carneval Club. Die elfjährigen Tänzer durften vor einiger Zeit sogar bei Ministerpräsident Reiner Haseloff vortanzen. Laudator Uwe Bliefert von der Stadtverwaltung augenzwinkernd: "Vortanzen, nicht antanzen!"

Der dritte Preis ging an Sebastian Socha und Johannes Schymalla beziehungsweise an ihre Formation "Altmark Brass", die seit etlichen Jahren die Stendaler Kulturnächte mit fröhlichem Klang eröffnen. Geradezu ins Schwärmen geriet Daniela Frankenberg, Vorsitzende des Theaterfördervereins, bei ihrer Lobrede zum ersten 2. Preis. Da war die Rede von einem "Kerl, groß und gutaussehend wie man oder frau es sich wünscht". Frankenberg ließ die Zuhörer zappeln, bis sie das Geheimnis lüftete: "Ritter Roland" war gemeint, das große Open-air-Spektakel. Stellvertretend für rund 100 Personen, die vor und hinter den Kulissen zum Gelingen beigetragen haben, nahmen Dramaturgin Aud Merkel, Regisseurin Cordula Jung und musikalischer Leiter Jakob Brenner den Preis entgegen.

Der zweite 2. Preis ging an den Heerener Karneval- und Tanzsportclub "Treuer Husar", der seit acht Jahren Stendal weit über die Stadtgrenzen hinaus kulturell vertritt.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz war es vorbehalten, den ersten Stendaler Kulturpreis zu verleihen. Auch er machte es in seiner Lobrede zunächst spannend, redete von "er oder sie", von einer Person, die das Stendaler Kulturleben entscheidend mitgeprägt hätte. Und zwar als "Akteur, Impulsgeber und Organisator". Irgendwann war klar: Hier ist von Stadtmusikdirektor Michael Hentschel die Rede. Schmotz: "Er ist ein Botschafter unser Stadt".

Um alle Aktivitäten dieses Mannes aufzuführen, reicht kaum der Platz. Erwähnt werden sollen zwei: Jütting-Stiftung und Orgelmusiken in St. Marien. Darüber hinaus ist Hentschel derjenige, der vor zehn Jahren die Verleihung eines Kulturpreises angeregt hat. In seiner Dankrede erinnerte Hentschel an seine Mutter, "die dafür gesorgt hat, dass ich jeden Tag eine Stunde übe. Vater war auf Arbeit, dem kann ich das jetzt nicht anlasten".