Von einst über 200 Großsteingräbern in der gesamten Altmark sind heute nur noch 48 erhalten. Der weitere Verfall schreitet kontinuierlich voran. Fachleute appellieren an Politik, Verwaltung und Verbände, sich für die Erhaltung und Pflege dieser Kulturdenkmale einzusetzen.

Bismark l Die Altmark ist ein Geheimtipp für Freunde von Großsteingräbern. "Wer vermutet schon diese Menge auf engem Raum", erklärt die Autorin Britta Schulze-Thulin. In ihrem Buch "Großsteingräber und Menhire" hat sie Touren zu diesen Kulturdenkmalen zusammengestellt - mit umfangreichem Bild- und Kartenmaterial sowie persönlichen, hilfreichen Tipps. Schulze-Thulin wirbt für einen Ausflug in die Jungsteinzeit (die altmärkischen Großsteingräber entstanden vor über 5000 Jahren). Eine der Touren führt über Steinfeld, Kläden, Bülitz, Beesewege, Grassau bis nach Schmoor.

Das Großsteingrab in Steinfeld ist eines der größten Gräber dieser Art in der Altmark. In der Einheitsgemeinde Bismark ist es die am besten erhaltene Anlage. Sie ist von Norden nach Süden ausgerichtet und hat eine Länge von 47 Metern. Im Nordende des Hünenbettes befindet sich eine Grabkammer. Die gesamte Anlage umfasste einst 77 Steine. Der größte Deckstein der Grabkammer wird auch klingender Stein genannt. Beim Anschlagen soll ein heller, klangvoller Ton zu hören sein.

"Man beachte die zerbrochene Sandsteintafel an der Ostseite"

Britta Schulze-Thulin, Autorin

Von dichtem Schwarzdorngebüsch ist das Großsteingrab zwischen Kläden und Grünenwulsch an der Nordseite umgeben. "Man beachte die zerbrochene Sandsteintafel an der Ostseite", erklärt die Autorin Britta Schulze-Thulin in ihrem Reiseführer. Die Tafel erinnert an den Domherrn von Levetzow, der das Grab gekauft hatte, um es zu erhalten. Die Sandsteintafel sollte laut Schulze-Thulin zu DDR-Zeiten für ein Ernst-Thälmann-Denkmal abtransportiert werden. Dabei zerbrach sie und man ließ die Tafel dort liegen.

Direkt an der Gemarkungsgrenze zu Beesewege sind in Bülitz die Reste eines Großsteingrabes auf einer leichten Anhöhe, dem Großen Trappenberg, zu finden. An der Nordseite des Grabes lehnt eine große Sandsteinplatte. Auf der war einst zu lesen: "Hünengrab aus 21 Steinen - möge auch zu fernen Zeiten erhalten bleiben." Der Domherr von Levetzow, Besitzer von Kläden und Darnewitz, hatte das Grab gekauft, um es vor der Zerstörung zu retten.

Im Wald zwischen Grassau und Schmoor ist das dortige Großsteingrab gut erreichbar. "Majestätisch thront der größte, in zwei Teile zerbrochene, Deckstein an der Spitze des ansonsten mäßig erhaltenen Großsteingrabes", beschreibt Britta Schulze-Thulin in ihrem Touristenführer.

Die Großsteingräber in Steinfeld, Kläden, Bülitz, Beesewege und Grassau sind stumme Zeugen der Vergangenheit, die von den Bewohnern vor über 5000 Jahren als Kultstätten errichtet wurden. Fachleute appellieren an die Landkreise, Einheits- und Verbandsgemeinden, Ortschaften, Tourismusverbände sowie Wald- und Feldeigentümer, sich für die Erhaltung und Pflege dieser Kulturdenkmale verantwortlich zu fühlen und einzusetzen.