Die SPD in Stendal hat am Mittwoch in einer Wahlbereichskonferenz ihre Kandidaten für die Stadtratswahl benannt. Oberbürgermeister-Kandidat Reiner Instenberg reklamierte gleichzeitig Führungsanspruch seiner Partei in der Stadtpolitik.

Stendal l Insgesamt 23 Kandidaten stehen am 21. Juni auf der SPD-Liste für die Stendaler Stadtratswahl. Zwei mehr als vor einem Jahr. Man habe eine "Super-Mischung", sagte die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marina Kermer am Mittwochabend im Altstadthotel. Kermer leitete die zweieinhalbstündige Wahlbereichskonferenz, mit der die Sozialdemokraten sich für die Wiederholung der Stadtratswahl rüsten. Man habe Mitglieder und Nichtmitglieder, Frauen und Männer, Erfahrene und lokalpolitische Einsteiger, Rentner und Jugendliche sowie Kandidaten mit Fachkompetenz beim Sport, der Wirtschaft und Justiz, sagte Kermer. "Das müssen wir auch nach außen tragen", betonte Reiner Instenberg, der nicht nur in den Stadtrat gewählt werden, sondern auch Oberbürgermeister werden möchte. Neu bei den Kandidaten ist unter anderem Marion Zosel-Mohr, die sich vielfältig ehrenamtlich engagiert.

Sowohl bei der offiziellen Ernennung als OB-Kandidat als auch bei der geheimen Abstimmung über die Kandidatenliste erhielt Instenberg eine 100-prozentige Zustimmung - als einziger der 23 Kandidaten. Insgesamt waren 33 stimmberechtigte Mitglieder bei der Versammlung anwesend.

Reiner Instenberg, der nach 2001 einen zweiten Anlauf aufs Oberbürgermeisteramt unternimmt, schwor die Versammlung mit kämpferischen Worten auf neue politische Ziele ein. "Wir müssen Mehrheiten organisieren", sagte Instenberg. In den vergangenen Jahren sei man von der Mehrheit der CDU und den Ortsbürgermeistern "zu oft abgebügelt" worden. Mit der Fraktion "Die Mitte" und dem Schulterschluss mit der Linke-Fraktion habe sich dies vor einem Jahr mit dem neuen Stadtrat geändert. "Wir werden diese Linie fortsetzen", sagte der 52-Jährige. Eine gewisse Enttäuschung war Instenberg anzumerken, dass es bislang kein klares Bekenntnis der Linken, der Grünen und der FDP für ihn als OB-Kandidaten gegeben hat. "Eigentlich wollten sich alle bis Ende März entschieden haben", sagte Instenberg. Einzig die Piraten haben ein klares Bekenntnis für ihn abgegeben. Die FDP wird sich neutral verhalten. Die Linkspartei erwägt immer noch, möglicherweise mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen zu gehen.

In Bezug auf den Wahlfälschungsskandal sagte Instenberg: "Die Verwaltung wusste vom ersten Tag an von den Fälschungen und ist dilettantisch damit umgegangenen." Oberbürgermeister Schmotz wirft er vor, dass dieser im Kreistag für die Gültigkeit der Kreistagswahl gestimmt hatte, obwohl er Fälschungen kannte. "Das schadet der Demokratiekultur."