Stendal l 1996 hatte der VW-Club Wittenberge das Treffen aus der Taufe gehoben. Ende der 90er Jahre stieg dann Mathias Wölk mit seinem Event-Service ein. "Den Organisatoren war das Treffen mit wachsender Resonanz einfach über den Kopf gewachsen", erzählt er und begründet: "Sie haben es ja nebenbei gemacht, neben ihren eigentlichen Jobs." Wölk hatte da mit seiner Veranstaltungsagentur, die unter anderem auch die Hamburger Motorradtage und Konzerte organisiert, ganz andere Möglichkeiten. Zudem hat er ein Faible für schnelle Maschinen und wohl auch das sprichwörtliche Benzin im Blut. Früher fuhr Wölk nämlich selbst Motorradrennen, beispielsweise Speedway.

Unter seiner Organisation - der VW-Club war erst zur Interessengemeinschaft geschmolzen, dann eingeschlafen - ist das Treffen im Vorjahr nach Stendal umgezogen. Das angestammte Areal in Wittenberge war verkauft worden. Zwar habe sich die Stadt um Ersatz bemüht, so Wölk, aber letztlich habe sich der neue Standort als nicht praktikabel erwiesen.

"Wir haben mit dem Rollfeld ideale Bedingungen für unsere Viertelmeilenrennen."

Mit dem Flugplatz Borstel habe man das "ideale Gelände" gefunden, schätzt Wölk ein, dessen Agentur in Oststeinbek bei Hamburg ansässig ist. Das nicht nur, weil Stendal zentraler liege, verstärkt Sachsen-Anhalter und Brandenburger anlocke, sondern auch aus ganz praktischen Erwägungen. "Hier können wir uns noch räumlich ausdehnen, können die zumeist tiefergelegten Tuningfahrzeuge gut abstellen und haben mit dem Rollfeld ideale Bedingungen für unsere Viertelmeilenrennen."

Die Rennen über die Viertelmeile, also 402 Meter, am Sonnabend ist einer der Programmpunkte in Borstel. Hinzu kommen unter anderem Bullenreiten, Tuning-Wettbewerb, "Sexy Car Wash", eine Flugshow am Sonnabendmittag, Partys am Freitag und Sonnabend im Festzelt. Zur 20. Auflage haben sich Wölk und sein Team zudem Neues einfallen lassen. So wird das Jubiläum mit einem Höhenfeuerwerk am Freitag gefeiert. Ein Panzer rollt in Borstel an und dort über Autos. "Natürlich nicht über Volkswagen, sondern über andere Marken", merkt Wölk schmunzelnd an. Auch ein Monstertruck, antransportiert auf zwei Tiefladern, fährt vor.

Wölk ist gespannt, wie die neuen Programmpunkte ankommen. Er freut sich aber besonders auf ein Raketenauto, das schon im Vorjahr die Besucher begeisterte. "Schon allein der Jet Dragster ist den Eintrittspreis wert. Letztes Jahr ist er mit rund 450 km/h über das Rollfeld gerast. Diesmal könnte er bis an die 500 km/h herankommen", berichtet er.

Aber auch die Autos und Motorräder, die auf der Viertelmeile gegeneinander antreten, kommen auf Hochtouren. Mit bis zu 1000 PS unter der Haube erreichen sie auf der Strecke Höchstgeschwindigkeiten von 230 km/h. Mitfahren kann übrigens jeder. "Vom VW über den Nissan bis zum Moped. VW fährt beispielsweise gegen BMW", sagt Wölk und fügt dann - wieder mit einem Schmunzeln - an: "Aber der VW hat zu gewinnen." Anmelden können sich Hobby-Rennfahrer auch noch am Sonnabend. Ob alle dann auch an die Startlinie rollen hängt vom Andrang ab. Wölk schätzt, dass rund 300 Akteure in Rennen geschickt werden können.

"Hier treffen Fans auf ihresgleichen - Leute, die Spaß an und mit schönen Autos haben."

Nachdem das VW-Treffen im Vorjahr etwa 3000 Tagesbesucher verzeichnete und 2000 Gäste, die das gesamte Wochenende auf dem Flugplatz verbrachten, hofft Wölk auf eine Steigerung der Gästezahlen. "Im Vorjahr war das Treffen ein Zuschussgeschäft. Erwartungsgemäß. So eine Veranstaltung muss sich etablieren. Ziel in den nächsten Jahren sind 15000 bis 20000 Besucher", erklärt Wölk. Und er ist optimistisch, schließlich strahle das VW-Treffen eine einzigartige Atmosphäre aus. "Hier treffen Fans auf ihresgleichen - Leute, die Autos mögen, die Tuning mögen, die Spaß an und mit schönen Autos haben."

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