Der DRK-Kreisverband Östliche Altmark feierte am Sonnabend sein 20-jähriges Bestehen - mit einem Festakt im Rathaus und einem bunten Programm auf dem Winckelmannplatz.

Stendal l Die Idee von Henri Dunant ist beeindruckend. Der Schweizer Rotkreuz-Gründer wollte Menschen helfen, menschlich, unparteilich, neutral, unabhängig, freiwillig, einheitlich und universell. Dies sind noch immer die Grundsätze des Roten Kreuzes. Und genauso beeindruckend ist, wie diese Idee im Landkreis Stendal umgesetzt wird. Der Kreisverband Östliche Altmark hat 3500 Mitglieder, 700 hauptamtliche Mitarbeiter und 500 ehrenamtliche Helfer. Am Sonnabend feierte er sein 20-jähriges Bestehen.

Bedauern über verlorenen Rettungsdienst im Kreis

Vorstandsvorsitzender Frank Latuske erinnerte in einer Feierstunde im Rathausfestsaal an die Ursprünge des Roten Kreuzes nach der Wende vor 25 Jahren und Präsident Dieter Denck, dessen Vater Günter zu den Gründungsmitgliedern gehörte, hob hervor, dass im Kreisverband aktiv Gutes am Nächsten getan werde. Dabei habe sich das Rote Kreuz über seine traditionellen Bereiche wie Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Erste-Hilfe-Kurse und Blutspendedienst weiterentwickelt.

So gebe es mittlerweile Kindertagesstätten, Jugendtreffs und Seniorenheime unter Trägerschaft des DRK. Eine Spitze wollte er sich allerdings nichts verkneifen. "Es ist schade, dass wir nicht mehr am Rettungsdienst beteiligt sind", sagte er, "der war für uns auch immer Nachwuchspotenzial". Andererseits mache er sich über das Rote Kreuz im Landkreis Stendal keine Sorgen, Kameradschaft und Bereitschaft von Mitarbeitern und Helfern seien sehr groß.

Wie schön die Welt im Sinne Henri Dunants sein könnte, zeigte ein Theaterstück des Clubs Amicus, in dem Rotkäppchen, die sieben Geißlein und die kleinen Schweinchen den bösen Wolf dazu brachten, ein lieber zu werden. "Keiner mag mich und keiner versteht mich", war er ganz verzweifelt und versprach, nie wieder Böses zu tun. Das freute den DRK-Landesgeschäftsführer Reiner Kleibs, der das Engagement der Ostaltmärker in einem Grußwort ebenso lobte wie Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU).

Wie vielfältig die Hilfsorganisation mit der umgekehrten Schweizer Flagge in der östlichen Altmark ist, davon konnten sich die Besucher auf dem Winckelmannplatz überzeugen. Dort war das Rote Kreuz mit dem Katastrophenschutz ebenso vertreten wie mit den Elbe-Havel-Werkstätten und der Rettungshundestaffel. Die hatte erst in der vergangenen Woche einen Einsatz bei der Suche nach der vermissten Inga in Wilhelmshof. Tobias Gerlach, stellvertretende Bereitschaftsleiter, war dabei und ist auch enttäuscht, dass die Fünfjährige nicht gefunden wurde. "Wir waren mit Flächensuchhunden unterwegs, die finden jemanden, wenn er im Gelände ist", machte er auch klar, dass diese Tiere das Kind nur gefunden hätten, wenn es noch in dem abgesuchten Gelände gewesen wäre.

Rettungshundestaffel hat pro Jahr 20 Einsätze

Rund 20 Einsätze im Jahr hat die Staffel, die aus 14 Vier- und 20 Zweibeinern besteht. Dass die Stendaler in Wilhelmshof Unterstützung aus Brandenburg und Sachsen bekamen, ist nichts Ungewöhnliches. "Wir arbeiten länderübergreifend, waren auch schon in Brandenburg unterwegs", erklärte er.

Nicht trüb, sondern fröhlich war der Auftritt des Nena-Covers Mandy Ernst. Senioren und Kinder waren gleichemaßen begeistert und sangen lauthals mit. Mit den 99 Luftballons, dem Leuchtturm und Fragezeichen sorgte sie für Stimmung. Sie verteilte Wunderkerzen und bei dem Lied "Wunder gescheh`n" sorgte sie sicherlich nicht nur bei den Mitgliedern der Rettungshundestaffel für Hoffnung.

 

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