Ende Januar vergangenen Jahres fiel der symbolische Startschuss für den Bau des Tastmodells am Winckelmannplatz. Ein Jahr später sollte es eingeweiht werden. Doch ist von dem Modell nichts zu sehen.

Stendal l Auf Fingerkuppen im Maßstab 1:800 durch die Stadt gehen. Diese Vision stellte der damalige Rotary-Präsident Kay Timm Ende Januar vergangenen Jahres vor. Ein Tastmodell am Winckelmannplatz sollte blinden Einheimischen und Besuchern die Möglichkeit geben, die Stadt auf ungewöhnliche Art zu erfassen. Ein Jahr später sollte das Modell eingeweiht werden. Beauftragt wurde der Soester Künstler Egbert Broerken, der ähnliche Modelle bereits für Hamburg und Berlin sowie Einzelmodelle beispielsweise vom Mainzer Dom geschaffen hat. Über 100 Modelle sind es bereits

Durchschnittlich ein Dreivierteljahr arbeitet Broerken an einem Projekt, ausgehend vom Fotografieren aller Gebäude und Häuserzeilen, über den Bau maßstabgetreuer architektonischer Modelle, das künstlerische Modellieren der Wachsmodelle, bis hin zum Bronzeguss und bildhauerischem Bearbeiten des Sockels.

Aus persönlichen Gründen gerieten die Arbeiten allerdings ins Stocken, heißt es aus Rotarier-Kreisen. "Wir sind dabei", sagte Broerken am gestrigen Freitag im Gespräch mit der Volksstimme. In diesem Jahr werde das Modell noch fertig, wahrscheinlich bis zum Herbst.

Kosten von insgesamt rund 40000 Euro

Architekt Andreas Möhlmann, dem die Gestaltung der Innenstadt sehr am Herzen liegt, freute sich im Gespräch mit der Volksstimme, dass das Projekt nun wirklich umgesetzt werde. "Das ist ja gut", sagte er. Mit ihm war auch der Standort abgestimmt worden, schließlich wird die Innenstadt nach seinem Konzept, das 2003 den städtischen Wettbewerb gewann, gestaltet.

Der Bronzeguss soll eine Fläche von 105 mal 170 Zentimetern einnehmen. Für das Modell investiert der Rotary-Club rund 30000 Euro, für den Sockel sind weitere 5000 bis 10000 Euro fällig.