Von Wolfgang Biermann

Stendal l Um einen spektakulären Einbruchdiebstahl in das Büro des Havelberger Freibades im Juli 2013 mit Diebstahl eines Tresors und weitere Straftaten geht es seit voriger Woche am Amtsgericht.

Ein gerichtsbekannter 32 Jahre alter Havelberger ist angeklagt, mit einem Mittäter in der Nacht auf den 28. Juli 2013 über das Gelände der Havelberger Wohnbau GmbH in das Büro des Freibades eingedrungen zu sein. Von dort soll das Duo einen Safe und Geldkassetten, in denen sich überwiegend Eintrittskarten fürs Freibad befanden, mittels eines Handkarrens abtransportiert haben. Auf dem Gelände der Wobau sollen sie einen Kleintransporter aufgebrochen und kurzgeschlossen haben, um damit das Diebesgut wegzuschaffen. Der gestohlene Wagen wurde wenige Tage später in einem Waldstück unweit von Havelberg gefunden. Neben dem Tresor mit Aufbruchspuren fanden die Kriminaltechniker Blutananhaftungen in dem Transporter - mit der DNA des Angeklagten.

Dies erklärte der 32-Jährige dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Petra Ludwig so: Er sei im Wald spazieren gegangen. Und dabei habe er das Auto gesehen. Neugierig habe er das Auto untersucht, sich dabei an der Hand verletzt und wohl geblutet. Mit dem Diebstahl hätte er nichts zu tun.

Mehrfach ohne Führerschein

Zu den anderen ihm vorgeworfenen Straftaten wolle er sich nicht äußern. So soll er im Januar 2014 in Havelberg mit einer Eisenstange zwei Seitenscheiben eines Volvo eingeschlagen haben. Gestohlen wurde nichts. An der Stange sollen Fingerabdrücke des 32-Jährigen gesichert worden sein. Schließlich wird ihm zur Last gelegt, vom 19. bis 22. Juli vorigen Jahres mehrfach auf öffentlichen Straßen ohne Führerschein einen nicht pflichtversicherten Pkw gesteuert zu haben. Im Zusammenhang damit ist er angeklagt, in Bad Wilsnack von einem Berliner Auto die Kennzeichen gestohlen zu haben. Die Kennzeichen befanden sich an dem vom Angeklagten laut Anklage gelenkten Auto, das, weil es wohl nicht mehr fuhr, von ihm in ein Waldstück vor Havelberg geschoben worden sein soll.

Ein 26-Jähriger aus Havelberg, der den Angeklagten als Freund bezeichnete und bei den Fahrten dabei gewesen sein soll, konnte oder wollte als Zeuge nichts dazu sagen. "Die Anklage beruht doch aber auf Ihren Angaben vor der Polizei", forderte Richterin Ludwig den sichtlich unwilligen Zeugen zu einer Bestätigung der vor der Polizei gemachten Angaben auf. Da er dazu nicht bereit war, müssen die Vernehmungsbeamten von damals in den Zeugenstand. Acht Zeugen waren schon zum Prozessauftakt gehört worden, vier weitere sollen es am 8. Juni sein. Dann wird auch das Urteil erwartet.