Seit dem 14. Februar 1981 gibt es regelmäßig Ausstellungen in Arneburg. Zunächst wurden die Stücke in der Kleinen Galerie des Kulturhauses ausgestellt. Nach dessen Schließung im Jahr 1993 wurden die Kunstwochen im Rathaus fortgesetzt. Seit 1997 stellen Künstler ihre Werke in der Kleinsten Galerie aus. Die Ausstellungsplanung reicht schon bis ins Jahr 2013.

Arneburg. "Ich hätte keinesfalls gedacht, einen solchen Lebenslauf anzufangen. Aber es war wohl keiner da, der sich das schlechte Gewissen leisten wollte, die bestehende Galerie nicht für eine Ausstellung zu nutzen", sagt Arne Könnecke. Der 74-jährige Arneburger begleitet die Ausstellungen in seiner Heimatstadt seit nunmehr 30 Jahren und will dieses Jubiläum am 14. Februar in der Kleinsten Galerie feiern. Offizielle Einladungen hat er jedoch nicht verschickt. "Wer sich mit der Galerie verbunden fühlt, wird schon kommen", ist Könnecke überzeugt.

Der ehemalige Architekt war mit Ausnahme seiner Studien selbst nie künstlerisch tätig, ihn hat vielmehr die Kunst und deren Ursprünge von anderen Menschen interessiert. Für die erste Ausstellung konnte er seinen ehemaligen Studienkollegen Walter Herzog gewinnen. Der Berliner präsentierte Radierungen, die zuvor im Stendaler Winckelmann-Museum ausgestellt waren. Inzwischen läuft in der Kleinsten Galerie bereits die 185. Ausstellung, mit Bildern des Späninger Künstlers Gerhard Dietrich. Damit ist das jährliche Ziel, einen Künstler aus der Region vorzustellen, bereits erfüllt.

An alle Ausstellungen kann sich der Arneburger nicht mehr erinnern, doch er hat jede Aktivität in der Galerie mit Notizen, aber auch Fotos festgehalten. "Ein Leben ist so reich, wie reich es an Erlebnissen ist, und Erlebnisse sind oft mit Gefühlen verbunden, normale Informationen sprechen nicht die Gefühle an", erzählt der Arneburger. Und diese Erlebnisse möchte er nicht nur für sich allein haben, sondern seine Leidenschaft für Kunst und die Geschichten der Kreativen mit anderen Menschen teilen. Dass Künstler die Gäste berühren können, hat er erst vor einem Jahr mit der Berlinerin Ursula Strozynski erlebt. Sie erzählte von ihren Inspirationen für ihre Malerei und Grafiken und löste bei den Besuchern tiefe Emotionen aus. "Es gab keinen Gast, dessen Augen trocken waren", erinnert sich der Arneburger.

Wie viel Herzblut er in die Galerie des Elbestädtchens steckt, zeigt die Ausstellung mit Werken von Wilhelm Rudolph. Sieben Jahre hat es gedauert, um die Werke vom Altmeister des Deutschen Holzschnitts zu zeigen. "Erst ein Kontakt zur Landesregierung hat mir den Weg geebnet", erinnert sich der 74-Jährige. Rudolphs Blätter dokumentierten Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Reaktionen einiger Besucher waren denkwürdig: "Man riecht förmlich noch die Zerstörung."

Reaktionen wie diese motivieren Arne Könnecke, sich weiter für die Kleinste Galerie in Arneburg zu engagieren. Seine Planungen gehen bereits bis zum Jahr 2013 und auch darüber hinaus möchte er noch Künstler aus der Region und weiten Teilen Deutschlands in Arneburg begrüßen. Die Kleinste Galerie sei in ihrer Art einzigartig. Das solle auch in Zukunft so bleiben.