Der private Bauernhofkindergarten der Schulz-Völz gGmbH in Bindfelde wehrt sich gegen Anschuldigungen im Brief eines anonymen Absenders, der unter anderem an den Oberbürgermeister, die Stadtratsfraktionen und an die Presse gegangen ist. Darin ist unter anderem von Schimmelbefall die Rede. Gestern sah sich das Jugendamt des Landkreises als Fachaufsicht in der Kindereinrichtung um.

Von Reinhard Opitz

Bindfelde. "Schimmel im Schlafbereich der Kleinstkinder" – so lautete der schwerwiegende Hauptvorwurf des mit "Besorgte Eltern" unterschriebenen anonymen Briefes. "Diese Beschuldigung ist abolut vom Tisch", sagte gestern Alexandra Keune von der Betreibergesellschaft Schulz-Völz gGmbH nach dem Besuch von Mitarbeitern des Jugendamts des Landkreises.

Die Fachaufsichtsbehörde hatte nach Empfang des Schreibens sofort reagiert und sich in der Bindfelder Kita umgesehen. "Wir haben mit dem Jugendamt alle Punkte beleuchtet und sind gemeinsam durch die Einrichtung gegangen mit dem besonderen Schwerpunkt Schimmel", sagte Alexandra Keune. "Wir konnten alle Anschuldigungen ausräumen. Das Jugendamt bestätigte uns, dass alles in Ordnung ist." So jedenfalls die Sicht der Bindfelder Kita-Betreiber. Im Jugendamt selbst war ab gestern Nachmittag nach der Visite in Bindfelde niemand mehr zu erreichen.

Um mögliche letzte Zweifel auszuräumen, werde laut Keune in den nächsten Tagen auch das Gesundheitsamt die Kita-Räumlichkeiten in Augenschein nehmen. Auch davor fürchtet sich Alexandra Keune nicht: "Das passiert ohnehin alle zwei Jahre. Das Gesundheitsamt war im vergangenen Jahr das letzte Mal bei uns. Es ist doch nicht so, dass wir die Einrichtung ohne Aufsicht betreiben."

Wer die ihrer Meinung nach unwahren Beschuldigungen erhebt, ist ihr unerklärlich. Es seien keinerlei Beschwerden an sie herangetragen worden, auch das gewählte Elternkuratorium sei völlig überrascht gewesen.

Als absolut unzutreffend bezeichnete sie zudem die Behauptung im Schreiben, die Neubau- und Sanierungspläne seien in Frage gestellt, weil der Bau teurer als geplant werde. Wahr sei, dass sich der Bau ein wenig nach hinten verschiebe, weil sich bestimmte Kostengruppen innerhalb des Gesamtrahmens ändern würden.

Die Kita will in diesem Jahr fast 900000 Euro verbauen und hat bereits Fördermittelzusagen des Landes und der Stadt Stendal. Laut Alexandra Keune soll das Projekt noch im Frühjahr starten.