Zehn Frauen aus der Altmark dürfen ab sofort als Tagesmütter tätig werden – und das bundesweit. Nach einer zweimonatigen Ausbildung bei der Ländlichen Erwachsenenbildung in Stendal erhielten sie gestern ihr Zertifikat " Qualifizierte Tagespflegeperson " vom Bundesverband für Kindertagespflege.

Stendal. Kinder haben es ihnen allen angetan, und nicht nur die eigenen. Denise Schenkendorf aus Winkelstedt bei Kalbe, Mutter von zwei Söhnen, möchte sich als Tagesmutter selbständig machen. Bis zu fünf Kinder dürfte sie betreuen. " Mit drei Null- bis Dreijährigen möchte ich anfangen ", sagt die gelernte Datenverarbeitungskauffrau. Zunächst bedeutet das : Sie muss ihr kleines Unternehmen bei den Eltern in ihrer Umgebung bekanntmachen. Andere Pläne hat die Stendalerin Bärbel Gast : " Ich will versuchen, eine Festanstellung in einer Familie mit Kindern zu bekommen. "

Sie sind zwei von zehn Tagesmüttern aus der ganzen Altmark, die gestern bei der Ländlichen Erwachsenenbildung ( LEB ) in Stendal ihr Zertifikat als " Qualifizierte Tagespflegeperson " erhielten. " Mit dieser Bescheinigung des Bundesverbandes für Kindertagespflege dürfen sie jetzt bundesweit tätig werden ", sagte gestern LEB-Regionalleiterin Iris Kosch. Sie ist zugleich Vorsitzende des Vereins Tagesmütter Altmark e. V ., der das von der Agentur für Arbeit geförderte Ausbildungsprojekt mit auf die Beine stellte.

Von Anfang Dezember bis Anfang Februar absolvierten 15 Tagesmütter und ein -vater einen Lehrgang mit vor allem pädagogischen und psychologischen Inhalten, angereichert mit rechtlichen und Existenzgründerthemen. Die Theorie wurde mit einigen praktischen Übungen verbunden. So organisierten die Teilnehmer ein großes Kinderfest, zu dem sie ihren eigenen Nachwuchs mitbrachten.

" Nur wer das abschließende Kolloquium bestand und ein eigenes pädagogisches Konzept vorstellte, bekommt das bundesweite Zertifikat ", erklärte Iris Kosch. Die übrigen Absolventen dürfen zwar auch in der Tagesbetreuung tätig werden, allerdings nur in Sachsen-Anhalt.

Ob bei sich zu Hause, im Haushalt von Familien mit Betreuungsbedarf oder auch in kleinen Betriebskindergärten – Möglichkeiten gibt es für sie viele. Eine Chance sehen die Tagesmütter unter anderem in Randbetreuungzeiten, wenn die Kindereinrichtungen geschlossen sind. Doch da sind noch Finanzierungsfragen zu klären. " Es kann nicht sein, dass Eltern, die in Schichten arbeiten, die zusätzlichen Kosten für die Kinderbetreuung vollständig selbst tragen müssen ", sagt Iris Kosch. Darüber will sie jetzt mit dem Land ins Gespräch kommen.