Stendal ( ro ). Die Folgen der geplatzten Fernwärmeleitung im Gebäude des ehemaligen Winckelmann-Gymnasiums an der Stadtseeallee ( die Volksstimme berichtete ) bekamen am Sonnabend mehrere Tausend Bewohner von Stadtsee I und II zu spüren. Das genaue Ausmaß des Wärmeabfalls in den Wohnungen kennen allerdings auch die Stadtwerke als Betreiber des Heizkraftwerks kaum. " Wir bekamen nicht einen Anruf, dass eine Wohnung kalt wäre ", sagte Marketingleiter Rolf Gille gestern der Volksstimme. Da das Kraftwerk immer wieder heißes Wasser nachgepumpt habe, könnten manche Betroffene von der Havarie gar nichts gemerkt haben.

Wie berichtet, war am Sonnabend in dem seit Jahren leer und nun auch zum Abriss stehenden Gebäude eine Fernwärmeleitung geborsten. Laut Rolf Gille sind im Zeitraum von Mittag bis gegen Abend, als der Schaden behoben war, mehr als 100 Kubikmeter heißes Wasser ausgetreten. " Zum Glück ist kein Mensch zu Schaden gekommen ", sagt Gille.

Ursache der Havarie könnte der Frost gewesen sein. Gille schließt aber auch nicht aus, dass Teile der Fernwärmestation abgebaut wurden. Die Stadtwerke informierten alle betroffenen Vermieter über den Schaden. " Wir werden uns jetzt verstärkt mit leerstehenden Objekten beschäftigen ", kündigt Rolf Gille an. Um ähnlichen Schäden vorzubeugen, fordern die Stadtwerke die Eigentümer solcher Objekte auf, auf den Zustand der Fernwärmeanlagen zu achten.