Stendal. Wo Gretel mit Anspruch auf ein Einzelzimmer genervt auf ihren Bruder Hänsel trifft, Shakespeares Julia sich in Rumpel ( stilzchen ) verliebt, Donald Ducks Neffe Tick ständig die inneren Stimmen von Trick und Track mit Ohrfeigen aus dem Kopf vertreibt und Batman alle naselang angeschwebt kommt, um den Schwachen zu helfen, da ist in diesem Jahr das Studententheater der Fachhochschule Stendal nicht weit. Dienstagabend hatte in der Kunstplatte das Stück von Stefan König, Student der Kindheitswissenschaften, Premiere. Gestern Abend fand eine zweite Aufführung statt. Schade, dass es nicht häufiger gezeigt wird. Es hatte zwar sehr viel Ähnlichkeit mit Theresia Walsers Stück " Kingkongs Töchter ", das 2009 aufgeführt wurde. Dafür durfte aber genauso viel gelacht werden. Wunderbar auch die Einarbeitung der beiden Dozentinnen Prof. Dr. Beatrice Hungerland und Prof. Dr. Claudia Wendel, die kurz als Reporterinnen auftauchten, um mit Kamera und Stift die liebenswürdigen bis exzentrischen Eigenheiten der Bewohner einer Nervenheilanstalt zu notieren und sie abschließend in einem irren Gruppenbild festzuhalten. Der Krimi in zwei Akten namens " Fictivo Popularis " war spritzig, temporeich und nicht ohne Spannung. Denn auch hier wurde der Mörder erst am Ende überführt. Die schauspielernden Studenten sind in der Theater-AG vom studentischen Kulturverein StuVe organisiert. Sie zeigen pro Semester ein Stück. Im Sommer soll im Gerberhof der Sommernachtstraum aufgeführt werden.