Beim 14. Ball der Stendaler Hochschule feierten am Freitagabend hunderte Studenten mit ihren Dozenten und Gästen im " Schwarzen Adler " – ausgelassen fröhlich, aber doch in eleganter Abendgarderobe. Clou des Abends : ein ins Programm integriertes Krimi-Theaterstück.

Stendal. Die Beleuchtung geht aus, das Stimmgewirr verstummt. Lichtkegel verfolgen eine zwielichtige Gestalt, die durch den Saal eilt. Auf dem Balkon erscheint plötzlich Batman, unten eine hübsche, ganz in Weiß gekleidete Frau. Plötzlich ein Schrei. Eine Tür geht auf, ein Mann torkelt herein – blutüberströmt, wankend. Kurz darauf ist er tot. Die Kommissarin ist schnell zur Stelle und teilt dem Publikum ihre ersten Erkenntnisse mit : " Das Opfer ist ein Mitarbeiter des Catering-Service, er hat große Stichverletzungen, Kratz- und Druckspuren an Hals und Gesicht. Und ich denke, wir haben 400 Verdächtige. "

Moderator Stefan König übernimmt und folgert : " Daher müssen wir Sie bitten, den Saal nicht zu verlassen. " Der 14. Hochschulball ist eröffnet, die Gäste – in bester Festlaune und gespannt auf den Fortgang dieses Krimidinners – kommen dieser Aufforderung gern nach. Verspricht der Abend doch genau das zu werden, was all die Vorgängerveranstaltungen

schon bewiesen : Ein Abend voll guter Unterhaltung, in stilvoller Garderobe, mit ausreichend Speis und Trank, Musik, Tanz und eben Spannung.

" Der Grundgedanke des Hochschulballs ist, die Studenten in Kontakt miteinander zu bringen ", schaut Stefan König, selbst Student an der Fachhochschule in Stendal, auf die Ursprünge dieser Veranstaltung zurück. " Auch dass sie mit Stendaler Institutionen in Kontakt kommen, ist ein Nebeneffekt, der ihnen später von Nutzen sein kann. " Und nicht zuletzt soll dieser einmal im Jahr stattfindende Abend eine kulturelle Bereicherung im studentischen Alltag sein.

Das Wir-Gefühl zwischen den Studenten sei schon sehr stark ausgeprägt, schätzt König ein, der den allein von Studenten organisierten Ball zum wiederholten Male moderierte. " Wir haben ein sehr familiäres Klima hier und arbeiten daran, dass es so bleibt. "

Zu diesem familiären, gut funktionierenden Zusammenspiel gehören – und dessen sind sich die Studenten mehr als bewusst – auch all die Menschen, die mehr oder weniger hinter den Kulissen des Hochschulbetriebs auf den Beinen sind. Zum Beispiel Heike Müller aus der Hochschulverwaltung. An sie ging ein Dankeschön der Studenten dafür, dass sie für deren Anliegen immer ein offenes Ohr habe und sehr hilfsbereit sei. Ebenso unentbehrlich ist Michael Honscha im Hochschulbetrieb – er ist der Hausmeister. " Er ist immer für uns da ", ist Ina Wagner vom Organisationsteam dankbar. " Er bleibt an den Kino-Abenden immer so lange mit da, und wenn man mal schnell ein Kabel braucht, bekommt man es prompt. "

Bei allem Dank und Wohlgefühl – was ist eigentlich aus dem Mordfall geworden, hat man den Täter gefunden ? Wer es wissen will, geht am besten am 9. oder 10. Februar jeweils um 20 Uhr in die Kunstplatte. Dort führen die Studenten der Theater-AG eben jenen Krimi vom Hochschulball auf. Karten für vier Euro gibt es an der Abendkasse, an der man sich ab 19. 30 Uhr anstellen kann.