Stendal. Die Vernissage der gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Kulturinstitute und dem Winckelmann-Museum gestalteten Ausstellung " Begegnung mit dem Fremden – frühe Orientbilder im 17. bis 19. Jahrhundert " wurde dieses Mal in die Katharinenkirche verlegt. Schließlich, so betonte Prof. Dr. Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, in seiner Eröffnungslaudatio, sei die Kunst des Fremden nicht nur die Kunst der Bildhauer, Maler und Literaten, sondern habe auch eine musikalische Seite.

Johann Joachim Winckelmann widmete sich in seiner Betrachtung zur Geschichte der Kunst auch der " fremden ", eben der orientalischen Kunst. Deutsche Klassiker wie Goethe wurden von dieser Atmosphäre beflügelt. So entstand der " West-östliche-Diwan " mit 200 Gedichten, dem die Ausstellung eine besondere Abteilung widmet.

Die musikalische Abteilung übernahmen im Musikforum zwei Berliner Künstlerinnen : Silvia Weiß, Sopran, und Karola Theill am Klavier. Lieder von Robert Schumann, Franz Schubert, Johannes Brahms und Eigenschöpfungen gaben dem Gedanken des Fremden Ausdruck. " O, das ist der Orient und das der Okzident " nahm die Sängerin den Bezug zur Ausstellung auf, sich ausdrücklich auf Goethe beziehend. Franz Schuberts " Suleika " und Alexander Zemlinskis " Fünf Lieder " standen im Programm, das mit Richard Strauss ‘ " Orientalischen Gesängen " stilvoll abgerundet wurde.

Von lyrisch zurückhaltendem Ausdruck bis zu heiter aufblitzendem Schalk hatte die Sängerin alle Register der Gesangskunst zur Verfügung, um diese musikalische Seite der Ausstellung zu interpretieren. Die anderen Künste betrachteten die Teilnehmer anschließend im Winckelmann-Museum. Viele waren von der Vielseitigkeit und dem Einmaligen der Ausstellungsstücke beeindruckt, die nach Stendal auch in weiteren deutschen Städten zu sehen sein werden.