Am Freitag feiern die 60 Mitarbeiter der Stendaler Firma Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau ( SMA ) zehnjähriges Betriebsjubiläum. Das Unternehmen, das vor allem Komponenten für Kraftwerke und Verbrennungsanlagen baut, ist in Stendal wenig bekannt – umso mehr in weiten Teilen der übrigen Welt.

Stendal. Der größte Walzenrost, den SMA je baute, rotiert in einer Müllverbrennungsanlage in Nikaragua. Er ist siebeneinhalb Meter breit. Auch die Anlage in Magdeburg-Rothensee und das Kraftwerk in Boxberg arbeiten mit Rosten aus Stendaler Produktion. Erzeugnisse des Betriebes am Akazienweg wurden und werden nach ganz Skandinavien, Irland, Schottland, Spanien, Italien und Frankreich, in die Türkei, nach Nordkorea, China und Taiwan exportiert.

" Hier in der Region kennt man uns wenig. Wir haben hier außer einigen Zulieferern kaum Geschäftspartner ", sagt Hans-Joachim Seeger, Geschäftsführender Gesellschafter der SMA. Umso mehr Gratulanten werden am Freitag, wenn die Firma ihr zehnjähriges Bestehen feiert, neben lokaler Prominenz von weiter her nach Stendal kommen. Hans-Joachim Seeger und Frank Richter, Mitglied der Geschäftsleitung, erwarten Geschäftspartner unter anderem aus Nordrhein-Westfalen, Baden-W ürttemberg und der Schweiz.

Aus SMA wurde SMA

SMA ging vor zehn Jahren aus SMA hervor. Der Stendaler Maschinen- und Anlagenbau, ebenfalls SMA abgekürzt, aber nicht geschützt, befand sich in Insolvenz. Ende Juli 1999 kauften fünf Bismarker, Gesellschafter der Ingenieurbüro Bismark GmbH ( IBB ), das marode Unternehmen, ein Nachfolgebetrieb des früheren VEB Maschinenbau Stendal. Am 27. Juli jenes Jahres wurde die neue Firma SMA in Berlin gegründet und ist seitdem ein Schwesterunternehmen von IBB. Die 31 noch verbliebenen Mitarbeiter wurden übernommen.

" Es war ein schwieriger Anfang, viele Kunden waren im Zuge der Insolvenz weggebrochen ", erinnert sich Hans-Joachim Seeger. " Dank eines mit unserer Hausbank geschnürten Finanzierungspakets gelang es uns, den Investitionsstau aufzulösen. " Das bedeutete damals : neue Maschinen, neue Computeranlage, Gebäudesanierung.

Das Produktionsprofi l der alten SMA wurde wieder aufgenommen und ausgebaut, bisherige Kunden kamen zurück und neue wurden gewonnen. Frank Richter umreißt mit zwei Zahlen zehn Jahre erfolgreiche Entwicklung : " Unser Umsatz betrug anfangs zwei Millionen D-Mark, heute sind es sieben Millionen Euro. " Die Zahl der Mitarbeiter wurde nach und nach auf 60 verdoppelt. Zudem bildet die Firma in diesem Jahr sieben Azubis aus.

Krise nicht zu spüren

Zur Produktionspalette gehören Verbrennungsroste für Kraftwerke und Müllverbrennungsanlagen, Walzwerksausrüstungen, Sonderkrane, also nicht in Serie produzierte Sonderanfertigungen, und andere Anlagen für den Maschinenbau. Die Stendaler Firma verdient ihr Geld als Zulieferer für große Anlagenbauer, unterhält keine eigene Montage.

Die weltweite Krise konnte Hans-Joachim Seeger bisher noch keine Angst einjagen. " Im Moment spüren wir sie noch nicht ", sagt er. Er sei sehr zuversichtlich, aber : " Was noch kommt, wissen auch wir nicht. "