Die Ausbildung des Berufsnachwuchses wird angesichts sinkender Schülerzahlen mehr und mehr zum Sorgenkind für viele Firmen. Zusammen mit dem BIC und der Agentur für Arbeit versuchen sie dem entgegenzusteuern – zum Beispiel mit Ausbildungsmessen und dem Ausbildungskatalog, der jedem Schüler der 9. und 10. Klassen in die Hand gegeben wird.

Stendal. Bei der Stendaler Landbäckerei bewarben sich im vergangenen Jahr 400 Schulabgänger um Ausbildungsplätze. In diesem Jahr waren es noch 203. " Von denen haben wir 21 Azubis eingestellt, neun Plätze haben wir noch frei ", beschreibt Personalleiterin Andrea Annecke die magere Ausbeute. " Viele bringen nicht die notwendigen Voraussetzungen, zum Beispiel soziale Kompetenz, mit ", sagt der Ausbildungsleiter des Zellstoffwerks, Peter Heinemann. Die Firma schickt ihre Azubis alljährlich in ein Trainingscamp in Arendsee, um sie für die Anforderungen im Berufsalltag fit zu machen.

Die Situation wäre für viele Betriebe noch prekärer, wenn es die Aktivitäten des BIC, der Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis und der Agentur für Arbeit in Sachen Ausbildungsförderung nicht gäbe. Mit erheblichem Aufwand versuchen sie, Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen, die Schulabgänger über die Ausbildungsangebote in der Region zu informieren.

Gerade ist der druckfrische Ausbildungskatalog 2010 an alle Sekundarschulen im Landkreis geschickt worden. In einer Auflage von 1000 Stück wird er dort jedem Schüler, der 2010 die Schule verlässt, in die Hand gedrückt. Im Katalog bieten 170 Unternehmen ihre Ausbildungsplätze an. BICGeschäftsführer Thomas Barniske wertet den zum zweiten Mal erschienenen Katalog als gute Orientierungsmöglichkeit für Schulabgänger : " Den rund 450 Schulabgängern im Landkreis stehen allein 490 betriebliche Ausbildungsplätze zur Auswahl. Hinzu kommen noch 273 überbetriebliche Plätze durch regionale Bildungsträger und 100 Ausbildungsplätze überregionaler Arbeitgeber wie Deutsche Bahn oder Bundeswehr. "

Die zweite wichtige Aktion zur Ausbildungsförderung ist die Ausbildungsmesse des Landkreises am 24. September von 9 bis 17 Uhr in der Bürgerparkhalle am Berufsschulzentrum. " Mit 70 Unternehmen, die sich dort präsentieren, wird es die bisher größte Messe dieser Art in Stendal ", berichtet Katrin Schmalenberger-Laukert, Sprecherin der Arbeitsagentur Stendal. Damit sei die Platzkapazität der Halle erschöpft.

Im Vorfeld der Messe wurden alle Sekundarschulen des Landkreises angeschrieben, willkommen sind aber auch die Abgänger von Förderschulen und Gymnasien. Erstmalig haben die Veranstalter ab 15 Uhr ein Elterncafé eingerichtet, zu dem mehr als 300 Elternhäuser eingeladen wurden. Bei Kaffee und Kuchen können dort die Eltern Interessantes über die Berufswahl ihrer Kinder erfahren. Katrin Schmalenberger-Laukert ist optimistisch, dass trotz sinkender Schülerzahlen wieder an die 1500 Besucher den Weg zur Messe fi nden.