Wie geht es weiter mit dem Innenstadthandel ? Rund um den Supermarktbau am Schadewachten sind die Diskussionen wieder in Gang gekommen. Zentrumsstadtrat Arno Felser hat bei der Textil-Handelskette C & A nachgefragt, ob für dieses Unternehmen der Standort Stendal attraktiv wäre. Die Antwort : im Prinzip ja.

Stendal. Stadtrat Arno Felser von der Zentrumspartei testet auf eigene Faust aus, wie interessant der Standort Stendal denn für Händler ist. " Von mehreren habe ich eine telefonische Rückmeldung bekommen ", erklärte Felser gegenüber der Volksstimme. Diese Aktivitäten sind übrigens unabhängig davon, ob sie zu möglicherweise laufenden Verhandlungen der Stadtverwaltung hinter verschlossenen Türen passen. Zumindest in den politischen Gremien habe es jedoch nie entsprechende Bitten um Zurückhaltung gegeben, erklärte Arno Felser.

Von einem Unternehmen gab es immerhin eine schriftliche Antwort auf Felsers Nachfrage : vom Textilhändler C & A. Der ist grundsätzlich nicht abgeneigt, auch in Städten von der Größe Stendals Niederlassungen aufzubauen. Die Expansionsabteilung des Düsseldorfer Unternehmens lässt jedenfalls mitteilen, dass zur weiteren Bearbeitung genaue Angaben zum möglichen Standort mit Anschrift, Fläche und Lage notwendig seien. Felser hat das Schreiben an die Stendaler Wirtschaftsförderung weitergereicht.

Da Anfragen wie die aus Stendal bei den Handelsunternehmen regelmäßig eingehen, verwundert es kaum, dass es für Ansiedlungen eine Liste mit Bedingungen gibt.

Bei den Düsseldorfern hat diese Rainer Hähnel von der Immobilienabteilung des Unternehmens zusammengefasst. In Hähnels Aufstellung heißt es : " Als Ergänzung zu unseren klassischen Cityhäusern haben wir neue Konzepte eingeführt. Diese machen es möglich, auch in Städten und Orten vertreten zu sein, die wir bisher nicht belegen konnten. "

Mit diesen Konzepten sind inzwischen Städte ab einer Einwohnerschaft von 20 000 Menschen mit im Spiel um die Ansiedlung der Modekaufhäuser. Gesucht werden zum einen Ladengeschäfte in Fußgängerzonen und Haupteinkaufsstraßen, vorzugsweise in sogenannten 1 a-Lagen. Und auch Einkaufszentren und Fachmarktzentren sind Optionen.

Was immerhin dem Stadtbild zuträglich sein dürfte : In allen Varianten der Ansiedlung ist das Textilhandelsunternehmen auf der Suche nach Schaufensterflächen, die von der Art der Investition Mindestlängen von zehn bis zwanzig Metern haben sollten.

Arno Felser sagt : " Auch wenn der Supermarktbau am Schadewachten wie geplant durchgezogen werden sollte – um Unternehmen wie dieses anzusiedeln, gibt es mit Sicherheit noch einige andere geeignete Flächen in Stendal. "

Planungen für ein Stendaler C & A-Kaufhaus hat es allerdings schon einmal gegeben. In den 90 er Jahren hatte der Textilhändler schon einmal angeklopft. Von Erfolg beschieden waren die damaligen Gespräche allerdings nicht – nicht zuletzt wohl deshalb, weil man in der Stadt um die Existenz der ansässigen Händler bangte.

Ob die Befürchtungen um die Existenz angestammter Unternehmen auch heute noch gerechtfertigt wären – nachdem die Einwohnerzahl gesunken, die Kaufkraft zwischenzeitlich ebenso wie die Mobilität der Menschen gewachsen ist, ist ohne entsprechende Marktuntersuchungen und Studien nur schwer zu sagen.

Hintergrund der Anfrage von Stadtrat Felser : Mit besonderen Rahmenbedingungen – vom Schutz vor anderen Händlern in der Nachbarschaft bis hin zur Einrichtung eines städtischen Parkplatzes in der Nachbarschaft – soll Edeka eine Ansiedlung am Schadewachten schmackhaft gemacht werden. Nicht zuletzt die CDU-Ratsfraktion stand den Investoren-Ködern jedoch kritisch gegenüber. Als Verhinderer der Stadtentwicklung in sensiblen Innenstadtbereichen wollten die christdemokratischen Ratsdamen und -herren dann aber doch nicht dastehen und reichten einen Fragenkatalog nach, den sie geklärt wissen wollen ( die Volksstimme berichtete ).

FDP-Kreisvorsitzender Marcus Faber hatte die Position der Union übrigens so kommentiert : " Hat sich das vor der Wahl nicht noch etwas anders angehört ? Die Anwohner am Schadewachten werden sich noch gut erinnern können. "