Pfingsten im Stendaler Tierheim. Das war ein ebenso arbeitsreiches Wochenende wie viele andere. Aber es war auch eines mit Geschenken für die Tiere und mit manch einem Gast, der auf der Suche nach einem tierischen Freund im Tierheim fündig werden wollte und es hier und da auch wurde.

Stendal. Das Eingangstor zum Tierheim in Borstell glich am Sonnabend dem Einflugloch eines Bienenstocks. Ein ständiges Kommen und Gehen. Dieter Lusznat, Leiter des Tierheims und Vorsitzender des Stendaler Tierschutzvereins, hatte seine Freude an diesem Bild.

Da war zum Beispiel die Spende des " Bayernfanclubs " um Rüdiger Raabe. Die Runde hatte unlängst gesammelt, Raabe anlässlich seines 50. Geburtstags noch einen 50-Euro-Schein draufgelegt und eine Geschäftsfrau als Spenderin mit ins Boot geholt. Schubkarrenweise fuhren Raabe und Bayernfan Peter Thiemann Hunde- und Katzenfutter, das sie für die zusammengespendeten 144 Euro gekauft hatten, durchs Tor.

" Nicht jede Spende hat diesen Umfang. Schön ist aber, dass es wieder mehr Spenden werden. Geld, das wir nicht fürs Futter ausgeben müssen, können wir an anderen Stellen einsetzen, zum Beispiel für die Tierarztkosten ", sagt Lusznat.

Alle tierischen Bewohner des Heims werden ärztlich betreut. Vor allem die Neuankömmlinge haben das meist bitternötig. Fast verhungert und verdurstet, weil irgendwo angebunden, mit gebrochenen Gliedmaßen, weil aus dem Auto geworfen oder misshandelt ... " Nicht die Tiere sind das Problem. Die Menschen sind es. Man glaubt gar nicht, wozu manche Leute fähig sind ", sagt der Tierheimleiter. So etwas geht an ihm nie spurlos vorüber, aber : " Wir wollen den Tieren helfen. Dem haben wir uns verschrieben. Und das ist immer wieder Motivation ", spricht Lusznat im Namen der sieben Mitarbeiter, von denen fünf über Pfingsten im Tierheim arbeiteten. An dieser Motivation mangelt es auch den 25 Lehrlingen nicht, die hier zu Tierpflegern für Heim- und Pensionstiere ausgebildet werden. Und das gilt natürlich für die Tierpaten, die sich ihrer vierbeinigen Freunde annehmen, sie nahezu täglich ausführen und helfen, die Hunde auszubilden. Gerade auf Letzteres legt Dieter Lusznat wert. " Das erhöht die Vermittlungschancen. "

Auch in dieser Beziehung war der Tierheimleiter zu Pfingsten nicht unzufrieden. Nicht jeder Besucher fand zwar auf Anhieb seinen Hund – jene ältere Dame zum Beispiel, die am Sonnabend einen neuen Hausgenossen suchte. Aber : Sie wird wiederkommen. So wie jene Stendalerin, die sich in dieser Woche nach mehreren Kennenlernbesuchen einen Hund abholen wird. Oder die Mutti mit Kind aus Schönfeld, die überlegt, einen Hund in Pflege zu nehmen. Mit Bronko, einem neunjährigen Rüden, machten die beiden am Sonnabend den ersten Spaziergang.

Was dem Tierheimleiter dann doch wieder ein paar Sorgenfalten auf die Stirn treibt ? Seine Erfahrung sagt Dieter Lusznat, dass für jedes vermittelte Tier ein neues auf einen Platz im Stendaler Tierheim wartet. Und das stößt derzeit mit 97 Hunden und 70 Katzen an die Grenzen seiner Aufnahmekapazitäten.